Trockene Füße bei Wind und Wetter: Richtiges Schuhwerk finden und pflegen

Auch wenn der diesjährige Winter sich an den meisten Orten Deutschlands nicht von seiner edel-verschneiten Seite zeigt, haben trotzdem abertausende mit Regen, Kälte und Feuchtigkeit zu kämpfen. Obenrum wird sich dann warm mit Pulli, Schal und Jacke eingepackt, am anderen Körperende leiden aber oft genug die Füße. Der Grund: Nässe und Kälte aufgrund falscher oder ausbleibender Schuhpflege oder gar schlicht der Wahl falschen Schuhwerks. Dieser Text will hier eine Hilfestellung geben, um nicht nur wirklich zum nasskalten Winterwetter passende Schuhe zu finden, sondern auch, diese richtig zu pflegen, damit sie lange halten und optimal schützen. Doch bevor es an die Schuhe selbst geht, einige Worte für deren Inhalt, die Füße selbst:

Trockene Füße bei Wind und Wetter (Pic I)

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Das Problem: Vernachlässigte Füße

Viel zu oft leiden Füße schon darunter, dass sie bei der täglichen Körperpflege kaum Beachtung finden. Duschen, abtrocknen, fertig. Das Gesicht und die Hände werden mit teuren Lotionen gepflegt, während sich die Füße höchstens bei der Damenwelt über etwas Nagellack freuen dürfen – bei vielen Herrn der Schöpfung besteht die einzige Pflege sogar nur im Schneiden der Zehennägel. Dabei sind die Füße genauso wichtig (und ebenso empfindlich) wie die Hände: Im Zweifelsfall müssen ihre zweimal 26 Knochen den ganzen Tag lang das Gewicht des kompletten Körpers tragen. Wie der NDR schreibt, tragen sie uns im Lauf des Lebens drei Mal um die Erde – 120.000 Kilometer! Und dann liegen sie auch noch so weit entfernt vom Herz, dass sie fast als letzte Stelle im Körper mit frischem Blut versorgt werden. Gerade im Winter zeigt sich das durch kalte Füße. Hier kann jeder schon viel Gutes tun, indem er abends nach dem Duschen seine Fußsohlen für ein paar Minuten mit den Händen durchknetet, das regt die Durchblutung an und entspannt gleichsam die Muskeln und Sehnen. Wer möchte, sollte seinen Füßen ruhig auch mehrmals pro Woche ein Kamillenbad gönnen, sie anschließend gut abtrocknen und in warme Socken packen. Allein durch solche Maßnahmen können die Folgen von vorheriger falscher Schuhwahl bereits abgemildert werden.


Trockene Füße bei Wind und Wetter (Pic II)

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Lösung 1: Socken und Strümpfe

Gutes Schuhwerk fängt schon bei der Wahl der passenden „Unterbekleidung“ an, denn sie schützt nicht nur den Schuh davor, mit der Zeit Gerüche anzunehmen, sondern wärmt gerade im Winter auch die Füße selbst: Im Idealfall stecken Füße in ungefärbten Baumwollsocken, die an den Waden nicht zu eng anliegen. Das hilft auch bei wenig atmungsaktiven Schuhen, die unvermeidliche Feuchtigkeit von der Haut weg zu transportieren: Diese würde nämlich sonst mit der Zeit aufweichen, was zu Verletzungen und anderen Krankheiten wie Fußpilz führen kann. Frauen, die von Berufs wegen nicht auf Feinstrumpfhosen oder -strümpfe verzichten können, sollten wenigstens darauf achten, in unbeobachteten Momenten unter dem Tisch die Schuhe auszuziehen, damit die Füße atmen können. Und Herren, die ebenfalls im feinen Zwirn arbeiten und keine sichtbaren weißen Strümpfe tragen können, sollten nur solche aus Naturmaterial tragen und keinesfalls Synthetik. Für wen eine (Hand-) Tasche zur täglichen Bekleidung gehört, kann ruhig ein zweites Paar Socken einpacken und nach der Hälfte des Tages wechseln. Wichtig für den Winter: Im Zweifelsfall sollten die Strümpfe das wärmende Element der Fußbekleidung darstellen und nicht mit dickem Synthetikfell ausgepolsterte Schuhe. Denn Socken lassen sich nicht nur einfacher wechseln, sie trocknen auch sehr viel schneller, als ein von der unvermeidbaren Hautatmung feucht gewordenes Paar Schuhe.


Trockene Füße bei Wind und Wetter (Pic III)

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Lösung 2: Das richtige Schuhwerk

Egal ob beim Mann, der mit drei Paar Schuhen mehrere Lebensjahre überbrücken kann, oder bei Frauen, die mit ihrer Kollektion so manchem Fachgeschäft Konkurrenz machen: Bei der Wahl der Alltagsschuhe sollte das erste Augenmerk auf Material und Verarbeitung liegen und erst danach auf Optik und Preis. Neben der Haltbarkeit sind Materialien sowie deren Verarbeitung nämlich der Hauptgrund dafür, dass Füße und Schuhe auch optimal zueinander passen. Natürlich spricht nichts dagegen, auch in besonders schicke, aber unbequeme Schuhe zu investieren. Allerdings sollte sich das Tragen dieser auf seltene und vor allem kurze Zeiträume beschränken. Wer hingegen einen guten Schuh nicht nur für den winterlichen Alltag sucht, sollte sich grundsätzlich bei höherpreisigen Modellen umschauen.

Als Materialien bieten sich hier quasi nur zwei wirklich optimale Möglichkeiten an:

Leder ist auch nach der Verarbeitung zum Schuh immer noch ein reines Naturprodukt, das nach wie vor über hauttypische Eigenschaften verfügt: Leder ist atmungsaktiv, sehr beweglich und hält, entsprechende Pflege vorausgesetzt, oftmals mehrere Jahrzehnte. Dabei ist es auch noch robust und schützt den Fuß vor Kälte und Nässe. Das hat seinen Preis: Bei einem durchschnittlichen Herrenschuh entfallen 47% der Kosten nur aufs Material.

High-Tech-Gewebe haben sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Alternative bei Schuhen entwickelt. Sie bringen bei anderen Materialien eigentlich unvereinbare Eigenschaften zusammen und können so teilweise auch Leder übertreffen: Gewebe wie Gore-Tex sind fast so atmungsaktiv, als wäre der Fuß unbekleidet. Und gleichzeitig sind sie nahezu wasserdicht. Allerdings hat dies auch seinen Preis und gleichzeitig ist es um die Haltbarkeit der oft synthetischen Außenmaterialien meist nicht so gut bestellt wie beim Leder. Zudem finden sich wirklich optimale Schuhe aus diesen Geweben eher im Outdoor-Bereich und nicht bei Businesskleidung.

So hart es klingt, aber andere Materialien wie Segeltuch oder Kunstleder sind schlichtweg nur suboptimale Lösungen, die bei einem täglich gebrauchten Schuh vor allem im Winter eigentlich nichts verloren haben. Wer dies für übertrieben hält, schaue auf das Schuhwerk solcher Profis wie Polizisten, Feuerwehrleuten und Soldaten, die oft tagelang in ihren Schuhen stecken: Hier kommen quasi ausschließlich Leder, High-Tech-Materialien oder eine Kombination von beidem zum Einsatz. Und auch wenn der eigene Tagesablauf nichts mit Gewaltmärschen, Brandbekämpfung oder Verbrecherjagd zu tun hat, sollte das, was härtesten Anforderungen genügt, erst recht im Büroalltag funktionieren. Wer nicht aufs Geld schaut, der sollte sich nach Schuhen umschauen, bei denen außen mit Leder gearbeitet wurde, das Innere jedoch aus High-Tech-Gewebe besteht. Tipp: bei einem wirklich guten Schuh ist die Sohle mit dem Rest vernäht und nicht verklebt. Dann nämlich kann jeder Schuster abgenutzte Sohlen fast beliebig oft ersetzen.

Trockene Füße bei Wind und Wetter (Pic IV)

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Achtung Passform

Generell gilt bei jedem Schuh: Er sollte auf Anhieb gut passen. Leider interpretiert fast jeder Hersteller die gängigen Größen etwas unterschiedlich. Daher sollte in keinem Fall einfach nach dem Motto „Größe stimmt, passt“ ins Regal gegriffen werden. Im Gegenteil: Der Schuh sollte sich nicht nur im Geschäft gut tragen lassen, sondern auch noch einen ersten Test zuhause überstehen. Zeigen sich dann nach kurzer Zeit schon schmerzende Stellen, sollte kompromisslos umgetauscht werden – egal wie gut die Schuhe einem ansonsten gefallen. Wichtig: Lederschuhe müssen zwar immer etwas eingelaufen werden, bis sie optimal an den Träger angepasst sind. Aber auch sie dürfen im Neuzustand nirgendwo drücken oder scheuern. Ein kleiner Tipp noch für die Damenwelt: Pumps und andere hochhackige Schuhe mit weitem Einstieg können vor dem Tragen für eine Stunde an den Rändern mit den Daumen kräftig „durchgewalkt“ werden. Das verhindert, dass das oft verwendete harte Lackleder an der Haut scheuert.


Trockene Füße bei Wind und Wetter (Pic V)

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Lösung 3: Schuhwerk richtig pflegen

Selbst der teuerste Schuh behält seine positiven Eigenschaften nicht für immer, er muss regelmäßig gepflegt werden. Ganz besonders gilt dies für Leder, denn die immerwährenden Verformungen des Laufens sowie Feuchtigkeit und anschließendes Trocknen können dem Material schwer zusetzen. Dann trocknet es aus, bekommt Risse und wird schließlich ein Fall für die Mülltonne. Damit es dazu nicht kommt, sollten Lederschuhe schon vor dem ersten Gebrauch imprägniert werden. Dies geht am besten mit entsprechender Schuhcreme und klassischer Handarbeit mit Stofflappen und einer weichen Bürste. Dieser Ratgeber empfiehlt sogar, die Schuhe wirklich nach jedem Tragen mit Pflegemittel zu behandeln. Wichtig: Bestehen die Schuhe aus empfindlichen Wildleder, müssen hier spezielle Pflegemittel verwendet und das Leder nach der Pflegeprozedur wieder mit einer Kupferdrahtbürste angeraut werden.

Auch stark verschmutzte Lederschuhe gehören in keinem Fall in die Waschmaschine: Mit einer groben Bürste den Schmutz erst aus den Sohlen entfernen und anschließend mit einem feuchten Lappen das Oberleder selbst reinigen. Danach den Schuh trocknen lassen und anschließend wieder neu mit Pflegemittel behandeln.

Sofern der Schuh aus High-Tech-Materialien gefertigt wurde und über keinen Naturlederanteil verfügt, ist die Pflege etwas einfacher: Gore-Tex-Membranen befinden sich meist zwischen Außen- und Innenschuh und können somit nicht durch falsche Pflegemittelwahl beschädigt werden, daher kann ein solcher Schuh, sofern er nicht außen aus Leder besteht, auch unter fließendem Wasser mit komplett mit einer Bürste gereinigt werden. Auch bei solchen Schuhen gilt: Besser nicht in die Waschmaschine. Zwar schadet der Waschgang den Schuhen selbst nicht, deren Gewicht kann aber die Maschine beschädigen. Wichtig auch: Die meisten dieser Membranen lassen durch ihre Konstruktion kein Wasser in den Schuh eindringen. Daher ist eine zusätzliche Imprägnierung nur erforderlich, wenn auch das Außenmaterial (z.B. Polyamid) wasserdicht sein soll.


Trockene Füße bei Wind und Wetter (Pic VI)

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Fazit:

Weder im Sommer und erst recht nicht im Winter sollten die Füße durch die Wahl von falschem Schuhwerk dauerhaft belastet werden. Bei Schuhen, die jeden Tag getragen werden, sollte grundsätzlich niemand zuerst auf die Geldbörse schauen. Auch, weil ein Schuh, dessen hoher Preis aus seiner Qualität und nicht dem Designer- oder Markennamen auf dem Karton resultiert, meist sehr viel länger hält. Dann ist nur der Anschaffungspreis höher, der sich allerdings über die Zeit rentiert, in der keine neuen „Billigschuhe“ angeschafft werden müssen. Oder kurz gesagt: Ein hochwertiger teurer Schuh, der lange hält kommt im Endeffekt billiger, als viele günstige Schuhe, die nach kurzer Zeit in der Altkleidersammlung landen. Wer dann noch beachtet, dass jeder Schuh etwas Pflege benötigt, ist eigentlich schon auf dem richtigen Weg zu dauerhaft gesunden Füßen und bequemem Schuhwerk.


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