Noch Single oder schon Mingle?

Das Leben als Single ist in der heutigen Gesellschaft kein Ausnahmefall mehr. Dennoch ist der Mensch auf zwischenmenschliche Nähe angewiesen. Doch was tun, in einer unbeständigen Welt, wo das Leben einem ständigen Wandel unterworfen ist? Wer sich nicht auf eine dauerhafte Partnerschaft festlegen möchte, sucht oft nach alternativen Beziehungsmöglichkeiten. Immer häufiger werden Mingle-Beziehungen als Alternative zu One-Night-Stands oder Friends-with-Benefits-Beziehungen ausprobiert.   

Was ist ein Mingle?

Die Bezeichnung „Mingles“ ist eine Wortschöpfung aus „mixed“ und „Single“ und bezeichnet einen Beziehungsstatus zwischen einem Singledasein und einer festen Partnerschaft. Mingles treffen sich regelmäßig, sie unternehmen gemeinsame Pärchenaktivitäten und Schlafen miteinander. Im Unterschied zu einer offenen oder festen Beziehung bleibt der offizielle Beziehungsstatus gegenüber Freunden, Familie und Kollegen Single. Grundlegend ist, dass in dieser Beziehungsform keine Verpflichtungen gegenüber dem jeweiligen anderen Mingle bestehen. Es ist eine Beziehungsform für Menschen, die das Leben mit jemandem teilen, sich aber nicht völlig auf einen Partner festlegen möchten.

Die Vorzüge des Mingle-Daseins sind dabei vielfältig. Dadurch, dass jeder seinen eigenen Haushalt führt, fallen typische Alltagsstreitereien weg. Wer bringt den Müll runter? Wer spült das Geschirr weg? Wer saugt die Wohnung? – Dies sind alles keine Themen in einer Mingle-Beziehung. Ebenso entfallen Pflichtbesuche bei der Verwandtschaft des anderen. Es ist keine Seltenheit, dass der Mingle die Eltern seines Gegenübers noch nicht einmal kennt. Dadurch, dass diese Beziehungsform im Idealfall ohne Besitzansprüche und Erwartungen an den anderen auskommt, ist hier viel Freiraum zur persönlichen oder auch beruflichen Entfaltung gegeben. Wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung, ist auch beim Minglen die Kommunikation grundlegend für ein gutes Miteinander. Offenheit und klare Regeln sind nötig, damit nicht auf einer Seite oder beiden Seiten falsche Erwartungen entstehen. Welche Dinge beim Minglen zu beachten sind und auch ein persönlicher Erfahrungsbericht sind hier zu finden. Wichtig ist, dass beide diese Form der Beziehung möchten. Zudem geht es beim Mingeln auch in erster Linie darum, die schönen Dinge im Leben mit jemanden zu teilen, den man mag und nicht darum, Einsamkeit zu vermeiden.

Ob durch zufälliges Kennenlernen, oder durch Verabredung über eines der vielen Online-Portale: Bars und Clubs gehören immer noch zu den häufigsten Ausgangspunkten für einen One-Night-Stand.

One-Night-Stands für Singles

Der klare Vorteil als Single: One-Night-Stands sind möglich, ohne dafür Fremdgehen zu müssen. Damit fällt für viele auch das lästige schlechte Gewissen weg. Laut Umfrage hatten bereits 60 % der Leute zwischen 25-35 Jahre ein Rendezvous für eine Nacht. Als sexuelle Kurzbeziehung, die höchstens eine Nacht dauert – oftmals aber auch nur ein paar Stunden, ist diese Art der Beziehung definitiv die unverbindlichste von allen. Die meisten One-Night-Stands entstehen dabei am Arbeitsplatz oder in einer Bar. Auch für One-Night-Stands gibt es laut frauenzimmer.de Regeln, die zu beachten sind, um sich selbst nicht unglücklich zu machen. Eine der wichtigsten ist es, kein Sex mit Leuten aus dem Bekanntenkreis zu haben. Sex mit Kollegen, dem Chef, dem besten Freund oder gar dem Ex-Freund sind tabu, da die Beziehungen dadurch später oft belastet werden.

Die Vorzüge sind auch hier die Unverbindlichkeit und das Wegfallen von Verpflichtungen. Es steht jedem frei die Person noch mal zu treffen oder nie wieder zu sehen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der One-Night-Stand, durch das nicht Alltägliche, oft mit einem Gefühl von Abenteuer verbunden ist. Für gewöhnlich sind One-Night-Stands etwas für Menschen, denen es genau auf dieses Gefühl von Abenteuer ankommt, die das Prickeln und die Spannung lieben sich auf eine völlig neue Erfahrung einzulassen.  

Gemeinsame Aktivitäten und Unverbindlichkeit in der Beziehung – für viele ist dies eine Möglichkeit ihre Unabhängigkeit und ihren Freiraum zu bewahren.

Friends with Benefits

Diese Beziehungsform ist auch unter dem Namen „Freundschaft mit Vorteilen“ oder „Freundschaft Plus“ bekannt. Bei Friends with Benefits steht der sexuelle Aspekt im Vordergrund. Meistens sind die Freundschaften schon im Vorfeld vorhanden und werden bei beidseitigem Interesse um die sexuelle Komponente erweitert. Für gewöhnlich sind hier keine großen Emotionen im Spiel, das Verhältnis ist das einer guten Freundschaft. Es werden gemeinsamen Interessen und Hobbys nachgegangen und es wird zusammen geredet und gelacht. Teilweise werden auch gemeinsam Single-Parties besucht. Gerade Singles, denen es überwiegend auf Sex ankommt, die jedoch nicht ständig One-Night-Stands möchten, fühlen sich von dieser Beziehungsform angesprochen. Sie finden so einen Sexualpartner für einen befristeten Zeitraum, dem sie vertrauen können und mit dem sie sich auch über sensible Themen austauschen können. Nach außen hin treten sie als ganz normale Freunde auf. Dass eine Friends-with-Benefits-Beziehung geführt wird, wird meistens der Einfachheit halber verschwiegen. Die Abgrenzung zur Mingle-Beziehung liegt hier in der Qualität der Beziehung. Während in der Mingel-Beziehung auch romantische Aktivitäten zu zweit stattfinden, kommt Friends with Benefits im Freizeitbereich völlig ohne Romantik aus.


Von einigen wird Friends with Benefits als gewinnbringend angesehen, da gleichzeitig die Vorteile einer guten Freundschaft und einer Affäre bestehen. Laut einem Bericht der Huffington Post führen Sexfreundschaften, im Vergleich zu festen Partnerschaften und One-Night-Stands, zu einer größeren sexuellen Befriedigung. Jedoch ist auch hier eine richtige Kommunikation Voraussetzung. Beiden muss bewusst sein, dass es sich bei dem „benefit“ nur um eine vorübergehende Konstellation handelt.  


Bildquelle: Abbildung 1: pixabay.com © A_Werdan (CC0 1.0), Abbildung 2: pixabay.com © unsplash (CC0 1.0)



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