Moderne Fortbildungsmöglichkeiten im Netz – Methoden und die besten Tools

Der Markt der Onlineplattformen für Schulungen im Businessbereich ist so dynamisch wie nie zuvor. Große Anbieter wie video2brain und lynda.com haben über mehr als ein Jahrzehnt ihr Angebot und ihren Namen unter eine sehr hohen Nachfrage auf- und ausgebaut. Wie hoch die Nachfrage in diesem Segment tatsächlich ist, zeigt das Akquiseverhalten in der Branche.

Februar 2013, die größte amerikanische Plattform für Onlineweiterbildung lynda.com kauft den Grazer Weiterbildungsanbieter video2brain. Der Kaufpreis ist nicht bekannt, video2brain hat jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits über 400.000 Abonnenten.

April 2015, die amerikanische Businessplatform LinkedIn kauft lynda.com für schätzungsweise 1,5 MRD USD. Aus Sicht von LinkedIn macht der Kauf Sinn, weil sowohl video2brain wie auch lynda.com auf den Businessmarkt spezialisiert sind. Wer sich beruflich weiterbilden möchte, der findet bei diesen Anbietern umfassende Materialien.

Juni 2016, Microsoft gibt bekannt, dass sie LinkedIn für 26,2 MRD USD kaufen. Damit besitzt Microsoft nicht nur so ziemlich alle Businesskontakte dieser Welt, der Konzern bestimmt auch noch, was seine Kunden lernen und wie.

Höchste Zeit also sich einmal einen Überblick über die Methoden und Tools im E-Learning zu verschaffen.

Die beliebtesten Themen

Eine Recherche bei lynda.com hat ergeben, dass vor allem folgende Themen beliebt sind:

- Business

- Design

- Webtechnologien

- Fotografie & Video

- Programmiersprachen

Dies sind nur einige der Top-Themen. Insgesamt unterteilt lynda.com in über 200 unterschiedliche Themen-Kategorien.

Das Diagramm zeigt die Anzahl der Trainings je Kategorie bei lynda.com für alle Kategorien, die mehr als 400 Trainings enthalten.

 

Die Anzahl der Trainings innerhalb der Kategorien ist ein guter Indikator für die allgemeine Popularität verschiedener Themen. Auf das ganze Web übertragen und über die unterschiedlichsten Branchen betrachtet, gibt es aber sicher ein Vielfaches an Themen. Vor allem Spezialthemen, z. B. aus der Industrie, finden sich nicht bei lynda & Co.

Das Diagramm zeigt die Anzahl der Trainings je Kategorie bei lynda.com für alle Kategorien, die mehr als 400 Trainings enthalten

Außerdem gibt es nicht nur Anbieter, die versuchen auf direkte Weise mit ihrem Kursangebot zu verdienen. Gerade im B2b-Bereich gibt es vermehrt Unternehmen, die auch Fortbildungsmöglichkeiten für ihre Kunden anbieten. Ein solches Beispiel ist der Anbieter Hager, der unterschiedliche webbasierte Trainings im Bereich Smarthome u. a. anbietet. Einige davon richten sich an Endkunden, andere wiederum an Architekten und Handwerker aus der Branche. Die Frage bleibt: Wie kann ein Unternehmen selbst solche Kurse anbieten und erfolgreich durchführen? Vorab jedoch noch ein paar allgemeine Informationen zum Verständnis.

Die zwei Typen des Onlinelearnings

Online lernen hat vor allem einen großen Vorteil. Das Lernen in der Gruppe und der Lehrer sind optional. Aus diesem Grund unterscheidet das Online-Learning hauptsächlich zwischen zwei Methoden.

Synchrones E-Learning

Synchrones E-Learning findet ähnlich wie in der Schule im Verbund statt. Quelle: www.fotolia.com © Photographee.eu #124023372

 

Synchron bedeutet „gleichzeitig“. Das bedeutet, dass Teilnehmer zusammen mit anderen Teilnehmern und einem Lehrer oder Seminarleiter zur gleichen Zeit lernen, also bei einer virtuellen Präsenzveranstaltung. Dies geschieht in einem virtuellen Klassenraum. Dabei unterhalten sich die Teilnehmer untereinander bzw. mit dem Lehrer/Vortragenden via Messaging, Chat oder Video- bzw. Audiotelefonie. Diese Livesitzungen können auch aufgezeichnet werden. Es ist wie der klassische Schulunterricht nur unter Einsatz von modernen Technologien.

Die Vorteile synchroner Modelle:

  • Lernaktivitäten lassen sich überwachen. Das macht eine Korrektur einfacher. Es gibt direktes Feedback von den Teilnehmern.
  • Der Klassenraum ist weltweit, überall da, wo ein Netzzugang vorliegt, solange die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Teilnehmer mitmachen.
  • Die Lerninhalte lassen sich während der Sitzung live an die Lernenden anpassen.
  • Der Lehrer kann sein Tempo und das Material an die Gruppe anpassen.
  • Die Teilnehmer und Lehrer lernen sich kennen, es können soziale Interaktionen stattfinden. Auch wenn diese nur online sind.
  • Teilnehmer und Lehrer können ihre Erfahrungen austauschen und Beispiele liefern, die in statischen Lehrmaterialen vielleicht nicht vorhanden sind.
  • Beispiele lassen sich spontan an aktuelle Ereignisse anpassen.
  • Sollte es Verständnisproblemen geben, so kann ein Lehrer sofort reagieren.

Die größten Nachteile des synchronen Lernens:

  • Die Anwesenheitspflicht widerstrebt dem Onlinegedanken und ist daher nicht immer praktisch.
  • Unterschiedliche Wissenslevel können das gemeinsame Vorankommen stören.
  • Die Lerngeschwindigkeit ist nicht individualisierbar. Ein Tempo gilt für alle.

Asynchrones E-Learning

Beim Asynchronen E-Learning bestimmt jeder Teilnehmer selbst, wann er wo in welchem Tempo lernt. Quelle: www.fotolia.com © Syda Productions #130404229

 

Jeder lernt die Lerninhalte zu seiner eigenen Zeit, dann wann es am besten passt. Es gibt hier keine Liveinteraktionen. Das erfordert eine etwas höhere Disziplin, da Informationen auf Basis einer Art Selbsthilfe zur Verfügung stehen. Der Lernende entscheidet demnach selbst, wann er die Informationen lernt.

Interaktionen zwischen Teilnehmern und Lehrern gibt es bei diesem Modell natürlich auch. Allerdings findet diese ebenfalls asynchron zur Wissensvermittlung statt, beispielsweise in Diskussionsforen oder Mailinglisten. Lernmodule gibt es als abrufbare Internetseiten oder auch auf Medien, wie DVDs.

Die Vorteile asynchroner Modelle:

  • Zugriff jederzeit von jedem Ort aus möglich.
  • Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder mit unterschiedlichem Vorwissen, können gleichzeitig erreicht werden.
  • Teilnehmer bestimmen ihre Lerngeschwindigkeit selbst.
  • Der Teilnehmer kann sich seine Inhalte gezielt selbst zusammenstellen. Inhalte, die ein Teilnehmer schon gut kennt, muss er nicht nochmals erarbeiten.
  • Geringere Kosten in der Produktion und bei der Durchführung. Einmal produzierte Inhalte müssen nicht ständig von neuem vermittelt werden.

Die größten Nachteile des asynchronen Lernens:

  • Der direkte Austausch mit anderen Teilnehmern ist nicht immer möglich.
  • Fehler in den Lerninhalten bleiben vorerst unentdeckt.
  • Teilnehmer müssen sehr viel Disziplin haben und auch wissen, wie sie selbst am besten beim Lernen vorgehen. Lernen will auch gelernt sein.

Blended Learning

Es finden sich immer mehr Anbieter und Tools, die beide Konzepte miteinander kombinieren. So können Lernende bei Liveveranstaltungen von der Unterstützung eines Lehrers und anderer Teilnehmer profitieren und darüber hinaus ihr Wissen durch die Nutzung von asynchronen Informationen im eigenen Tempo vertiefen. Das nennt sich dann Blended Learning oder „integriertes Lernen“ auf Deutsch. Weitere Feingliederungen des Blended Learnings finden Sie im Beitrag „Die 6 Modelle des Blended Learnings“ auf diplomero.de.

Die drei Lerntypen

Aufgrund der Vielfalt der technischen Möglichkeiten gibt es auch unzählige Variationen bei der Umsetzung. Zu bedenken sind hier die verschiedenen Lerntypen. Es gibt Menschen, die lernen lieber aus dem geschriebenen Wort, andere können am besten lernen, wenn sie etwas hören und dritte Gruppe möchte gerne „sehen“, wie es funktioniert. Außerdem bieten moderne Tools auch die Möglichkeit etwas auszuprobieren, also Interaktion zu erlauben. Oft geschieht das über ein Quiz oder andere interaktive Elemente.

Tools und Techniken für das Erstellen von Lerninhalten und die Durchführung von Trainings

Zum Schluss ist die Idealsituation, dass es jedes Lernmodul für jeden Lerntyp gibt: Text, Audio, Video und Interaktionen. Welche Tools und Techniken unterstützen den Anbieter von Lernkursen bei dieser Herausforderung es allen Recht machen zu müssen?

Live-Videos mit OBS in Facebook, Google, Periscope & Co

Die sozialen Netzwerke haben erkannt, dass es online einen riesigen Bedarf an Live-Events gibt. Das Schöne daran, die Live-Videos sind auch hervorragend als Übertragungskanal für Schulungsevents geeignet.

Ein noch weithin unbekannter Trick ist der Einsatz der Open-Source-Software OBS (Open Broadcaster Software). Mit dieser Software lassen sich Kamerastreams, aber auch der eigene Bildschirm in das Internet übertragen (streamen). So ist es möglich mit OBS eine eigene Präsentation oder andere Schulungsinhalte abzuspielen. Englischsprachige Anleitungen finden sich direkt beim Anbieter der Software, z. B. für Facebook und Youtube.

 

Ein kleine Warnung vorweg. Der Einsatz dieser Lösung ist nur mit ein viel Konfigurations-Know-how möglich.

Profitipp: Wirecast ist eine Profiversion für das Livestreaming. Die Software kann mehrere Livestreams zu einem professionellen Output zusammenführen und bietet dabei die Möglichkeit, das alles aussehen zu lassen, als wäre es eine professionelle Fernsehproduktion. Außerdem unterstützt die Software das Streaming zu Facebook Live und zu vielen anderen Livestreaming-Plattformen. Dafür kostet das Programm für Mac und Windows auch zwischen ca. 500–1.000 USD.

Professionelle Webinar-Anbieter

Das Webinar kann Ähnlichkeiten mit einer Videokonferenz haben, schließlich basiert die Kommunikation auf visuellem Kontakt. Quelle: www.fotolia.com © shock #127312664

 

Wer den Einsatz von OBS und Livestreaming in sozialen Netzwerken scheut, der kann auch einfach einen professionellen Webinar-Anbieter nutzen.

Hier eine kleine Auswahl:

  • GotoWebinar ist der älteste unter den Anbietern. Die Software ist sehr zuverlässig und kann in der Maximalversion an bis zu 2.000 Teilnehmer streamen. GotoWebinar hat alle möglichen Funktionen, die man sich als Ersteller wünschen kann. Von umfangreicher Chatfunktion bis hin zu Live-Umfragen mit den Teilnehmern. Die Kosten liegen hierfür zwischen 89–429 EUR monatlich.
  • Webex ist der große Konkurrent von GotoWebinar. Hier steckt Cisco dahinter. WebEx Meetings kann bis zu 3.000 Teilnehmer gleichzeitig bedienen und sendet dabei bis zu sieben Bildschirme gleichzeitig. Außerdem enthält die Lösung Markup-Tools und ein Whiteboard – eine Art Tafel, auf der man zeichnen kann.
  • edudip ist auf Online-Seminare spezialisiert. Hier können Online-Trainer ihre Seminare sogar kostenpflichtig anbieten. Interessant sind hier die monatlichen Kosten. Für 1.000 Teilnehmer geht es schon bei 49 EUR im Monat los.

Der größte Vorteil dieser Anbieter liegt darin, dass sie den gesamten Vorgang von der Anmeldung, bis zur Durchführung und auch das Nachfassen mit den Teilnehmern abbilden. Alle genannten Anbieter bieten einen hohen Grad an Interaktion und ermöglichen so auch das Abfragen der Lehrinhalte, z. B. durch Live-Umfragen.

Professionelle Screencasts produzieren

Ein Screencast ist eine Aufnahme vom eigenen Bildschirm. Auf dem Bildschirm könnte eine Präsentation laufen, es könnte jemand erklären, wie eine Programmiersprache funktioniert und deren Einsatz demonstrieren oder sogar vorführen, wie sich ein Player eines Spiels am besten durch die Level hangelt. Screencasts lassen sich mit dem oben erwähnten OBS aufzeichnen. Für Mac und Windows gibt es jedoch auch zahlreiche Programme, die über professionelle Schnitt- und Effektfunktionen verfügen. Das kann OBS nicht. Zwei davon seien an dieser Stelle vorgestellt:

  • Für den Mac: ScreenFlow. ScreenFlow kommt vom gleichen Anbieter wie Wirecast. Mit der Anwendung lässt sich der Bildschirm sehr komfortabel aufzeichen, die Aufnahme später schneiden und mit Effekten versehen. Kosten: 99 USD.
  • Für Windows: Camtasia. Camtasia ist ein Urgestein in der Screenrecording-Szene. Die Software wurde ursprünglich für Windows entwickelt. Mittlerweile gibt es aber auch eine Version für macOS. Genau wie ScreenFlow kann die Software nicht nur den Bildschirm aufnehmen, sondern verfügt ebenfalls über sehr umfangreiche Schnitt- und Effektfunktionen. Außerdem gibt es in Camtasia eine Green-Screen-Funktion, mit der es möglich ist, den Hintergrund aus einer Videoaufahme freizustellen und mit einem beliebigen anderen Hintergrund zu versehen. Das sieht professionell aus. Kosten: Knapp über 200 EUR.

Beide Tools können auch den Bildschirm von iOS-Geräten aufzeichnen. So lassen sich Tutorials zum Umgang mit Apps auf dem iPhone oder iPad erstellen.

Einfach interaktive Schulungsinhalte erstellen mit Adobe Captivate

Wer wirklich interaktive Schulungsunterlagen produzieren möchte, der kommt an Adobes Captivate nicht vorbei. Captivate erstellt Storyboards, Simulationen und Screencasts. Aber das Besondere an Captivate ist die Möglichkeit Verzweigungen anzulegen. So lassen sich individuelle Lernpfade erstellen. Lernergebnisse lassen sich mit unterschiedlichen Quiztypen abfragen. Das lässt sich auch alles miteinander kombinieren. Wenn ein Teilnehmer bei einem bestimmten Quiz nicht eine gewisse Punktzahl erreicht, dann kann er nicht in den nächsten Level.

Captivate ist das Feature-Monster schlechthin. Das reflektiert auch der Preis von über 1.000 EUR. Wobei es neuerdings auch ein Abomodel für 35,69 EUR im Monat gibt.

Ganz neu ist Adobe Captivate Draft, eine iPad-App mit der sich sehr intuitiv Lerninhalte mit Fragen, Verzweigungslogik und weiteren Merkmalen auf dem iPad erstellen lassen.

Moodle – Die eierlegende Wollmilchsau unter den Learning-Management-Systemen

Moodle ist ein Open-Source-LMS (Learning-Management-System), dass es bereits seit 1999 gibt. Es erlaubt das Erstellen eines virtuellen Klassenraumes, der es Lehrern ermöglicht Kursinhalte mit Aufgaben anzubieten. Die Teilnehmer der Kurse haben dann die Möglichkeit, Kurse zu absolvieren und sich dabei untereinander auszutauschen.

Moodle bietet etliche Module an, darunter z. B. Multiple-Choice-Tests, Foren, Prüfungen, Lektionen, Wikis etc. Dabei kann ein Anbieter von Schulungsinhalten Moodle als synchrone oder asynchrone Lösung verwenden. Überhaupt ist Moodle durch seine Open-Source-Natur in alle nur denkbaren Richtungen erweiterbar. Die Website von Moodle listet die Haupt-Features auf. Mit Moodle lassen sich ganze Onlineuniversitäten aufsetzen. Wer sich nicht selbst an das System traut oder vielleicht über Ressourcen für einen Moodle-Dienstleister hat, für den ist der Anbieter Moodlerooms interessant. Moodlerooms vereinfacht die gewöhnungsbedürftige Standardoberfläche von Moodle und erweitert es um viele nützliche Funktionen. Kosten nur auf Anfrage.

Teachable – Kommerzielle Konkurrenz zu Moodle

Mit Teachable gibt es einen sehr interessanten kostenpflichtigen Anbieter für eigene Onlinekurse. Die Plattform ist zwar keine Open-Source-Software, sie verfügt aber auch über sehr viele Features und ein faires Abrechnungsmodell. Darunter auch einen völlig kostenlosen Plan, der alle wichtigen Basis-Features beinhaltet. In vollem Umfang kostet Teachable zwischen 99 und 299 USD im Monat und kann dafür aber auch so ziemlich alles, was sich ein Kursanbieter wünscht.

Als gehostete Onlineplattform mit Abo-Bezahlmodell sind hier aber auch keine Wartungsarbeiten wie etwa bei einem Moodle notwendig.

E-Learning muss nicht teuer sein. Viele Anwendungen und Tools gibt es OpenSource. Quelle: www.fotolia.com © ar130405 #94035563

Plugins für Wordpress

Auch für das beliebteste CMS der Welt gibt es zahlreiche Plugins, mit denen sich Kurse erstellen lassen. Besonders hervorzuheben ist hier das Plugin WP Courseware.

Die wichtigsten Features von WP Courseware:

  • Kurse lassen sich mit einem einfach Drag&Drop-Tool erstellen.
  • Eine umfangreiche Quizfunktion erlaubt die Nutzung von Timern, eine Limitierung, wie oft das Quiz absolviert werden darf und auch eine Umfragefunktion gibt es.
  • Das Tool gibt eine Übersicht über den Notendurchschnitt der Teilnehmer.
  • Inhalte lassen sich je Teilnehmer auch zeitversetzt veröffentlichen.
  • Es lassen sich PDF-Zertifikate vergeben.
  • Der gesamte Ablauf von der Begrüßung zum Kurs bis hin zum Ausstellen der Zertifikate lässt sich automatisieren.
  • Kurse können aufeinander aufbauen. Ein Teilnehmer muss demnach zuerst einen bestimmten Kurs erfolgreich absolvieren, um mit einem Folgekurs starten zu können.

WP Courseware ist aber keinesfalls die einzige Lösung für Wordpress. Es lohnt sich im Einzelfall bestimmt, sich unterschiedliche Learning-Management-Systeme für Wordpress anzuschauen und miteinander zu vergleichen.

Drip-Kampagnen à la E-Mail-Kurs

Wer seine Schüler nicht mit Informationen überwältigen möchte, für den sind E-Mail-Kurse eine echte und einfach Alternative. Das Konzept ist so einfach wie intuitiv. Ein E-Mail-Kurs ist eine Sammlung von Lerninhalten, die das System über mehrere Tage hinweg an einen Teilnehmer ausliefert. Ein Teilnehmer registriert sich für einen Kurs und erhält dann in vordefinierten Abständen, z. B. einmal die Woche oder einmal am Tag, eine E-Mail mit den Lerninhalten. Der Begriff „Drip“ rührt daher, dass Informationen „tröpfchenweise“ an den Teilnehmer ausgeliefert werden, sodass sich niemand von der Fülle an Informationen überwältigt fühlt.

Viele Newsletter-Tools unterstützen diese Funktion. Meistens haben sie den Namen Autoresponder oder Follow-Up-Nachrichten. Eine kleine Auswahl an Toolanbietern:

  • CleverReach: sehr viele Features, in Deutschland sehr beliebt, monatliche Abogebühren
  • MailChimp: sehr viele Features, aus den USA, monatliche Abogebühren
  • SuperWebmailer: Installierbar auf einem eigenen Webserver (entsprechendes Know-how vorausgesetzt), sehr mächtig, einmalige Anschaffungskosten
  • Mautic: komplexe Open-Source-Lösung, mehr Features als alle anderen Lösungen, viel Know-how notwendig, dafür kostenlos

Viele der Tools sind eher auf die Bedürfnisse von Marketern ausgerichtet. Davon darf man sich aber nicht abhalten lassen. Sie als Lernplattformen zu nutzen, ist durchaus möglich.

E-Mail-Kurse unterteilen sich meist in 5–10 Lektionen. Jede Lektion ist in sich geschlossen und besteht aus ungefähr 500 Wörtern. Die E-Mail lässt sich aber auch einfach als Sprungbrett zu anderen Multimedia-Technologien verwenden, indem sie Links zu weiteren Lernressourcen bereitstellt. Diese Ressourcen können dann aus den unterschiedlichsten Multimediainhalten bestehen (Audio, Video, Interaktivelemente wie Quizze etc.)

Fazit

Online-Learning erfreut sich aktuell ungeheurer Beliebtheit. Die Nachfrage ist extrem hoch und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren immer weiter wachsen. Ohnehin stellt sich die Frage, ob klassischer „Schulunterricht“ in der Zukunft überhaupt noch eine so große Rolle spielen wird. Denkbar ist, dass Lehrer in der Zukunft weniger in ihrer Funktion als Liveperson beansprucht werden und sich dafür mehr darauf konzentrieren, digitale Lerninhalte bereitzustellen.

Anbieter müssen sich überlegen, für wen sie Lerninhalte anbieten wollen und wie. Es gibt auf dem Markt eine geradezu unüberschaubare Menge an Tools, die jede mögliche Form des Online-Teachings unterstützen.


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