Moderne Casinos oder: Wie fühlt sich das an?

Die meisten „Normalsterblichen“ kennen Casinos in aller Regel nur aus dem Fernsehen. Entweder dann, wenn Langzeit-Superagent 007 dort gegen den fiesen Verbrecher Le Chiffre spielen muss, um seinen Auftrag zu erfüllen – oder aber wenn die Truppe um „Ocean’s Eleven“ alle cleveren Gauner-Register zieht, um ein solches Etablissement um einen ganz gehörigen Batzen Bargeld zu erleichtern. Mit echten Casinos haben die Hollywood-Machwerke allerdings sehr wenig zu tun. Für den folgenden Artikel werfen wir deshalb mal einen Blick auf die Realität, die Trends und auch die korrekte Vorgehensweise.

1. Die Grundlagen

Es gibt in Deutschland 66 staatlich lizensierte Casinos – oder korrekter ausgedrückt: Spielbanken. Bei uns in der Region etwa das in Baden-Baden. Und ganz gleich für welche davon man sich entscheidet, die prinzipiellen Grundregeln sind immer gleich. In Baden-Württemberg (und Bayern) muss man laut Gesetz mindestens 21 sein, alle anderen Bundesländer erlauben den Zugang schon ab 18. Und das Mitbringen des Personalausweises ist, selbst wenn man älter aussieht, Pflicht – dazu werden die Casinos ebenfalls vom Gesetz angehalten. Der Führerschein oder andere Dokumente reichen nicht aus!

Immer handelt es sich um seriöse Etablissements, in denen sehr auf Etikette und den richtigen Look geachtet wird. Das bedeutet, für Herrn sind Hemd und Sakko obligatorisches Mindestmaß, oft auch Schlips oder Fliege. Man muss zwar nicht wie James Bond im Smoking einlaufen, aber im Urlaubs-Look à la Las Vegas wird man bei der Einlasskontrolle scheitern. Allerdings bieten manche Casinos auch den Service, sich notfalls dort passende Garderobe leihen zu können.

Man)n) benötigt nicht zwingend einen Smoking. Aber ohne Anzug mit Hemd, Kragen und Schlips gewähren die wenigsten Banken Einlass.

An einem Punkt stellt Hollywood die Spielbanken allerdings korrekt dar. Denn wann hat man dort schon mal jemanden im Casino laut lachen, reden oder herumjubeln gehört? Genau das ist auch in der Realität der Punkt, es geht also insgesamt recht ruhig und, wie man so schön sagt „gesittet“ zu.

Man)n) benötigt nicht zwingend einen Smoking. Aber ohne Anzug mit Hemd, Kragen und Schlips gewähren die wenigsten Banken Einlass.

Für das eigene Verhalten kann man sich vielleicht folgenden Satz merken: In der Spielbank stellt man die gleichen Manieren zur Schau, die man auch in einem gehobenen Restaurant mit seinem Chef zeigen würde. Damit liegt man meist goldrichtig.

2. Die Spieletrends

Nach wie vor dominieren in den meisten Häusern die eher klassischeren Spiele. Einer oder mehrere Roulettetische sind dort Standard. Auch, weil die Regeln dieses Spiels vergleichsweise leicht zu erlernen sind. Daneben gehört Black Jack, eine Abwandlung von „17 & 4“, ebenfalls zum festen Portfolio.

Oft gehören zwar auch Poker-Tische dazu, doch welche der der dutzenden Haupt- und Untervarianten angeboten wird, ist von Haus zu Haus unterschiedlich. Darauf verlassen, dass man das bekannte „Texas hold ’em“ spielen kann, sollte man sich nicht.  Eines der in der Breite unbekannteren Casinospiele ist Baccara, welches seine Wurzeln im Italien des 16. Jahrhunderts hat – nebenbei erwähnt das Lieblingsspiel des klassischen James Bond in den Romanen seines Erfinders.

Wichtig: In sämtlichen Spielbanken wird vorausgesetzt, dass Spieler, die sich an einen Tisch begeben, mit den Regeln vertraut sind – Anfängerboni gibt es nicht. Deshalb einen guten Rat, damit man nicht unnötig Lehrgeld bezahlt: Es gibt auch Live-Online-Casinos, in denen man sich das Grundwissen im wahrsten Sinne des Wortes „erspielen“ kann, ohne sich im besten Anzug zu blamieren. Zudem haben die virtuellen Casinos mittlerweile auch den bisherigen atmosphärischen Nachteil des Spielens vor dem Computer gegenüber der realen Spielbank wettgemacht und ziehen nun eine Menge Register, um dieses Gefühl auch online zu kopieren.  

Auch wenn es in den Fingern juckt, als Anfänger sollte man sich „alles-auf-Rot“-Aktionen verkneifen, weil diese meist den Abend beenden.

Viele Spielbanken bieten zudem Automatenspiele an. Meist in einem eigenen Bereich von den Tischen abgetrennt, für den wiederum (meist relaxte) Bekleidungsregeln gelten. In manchen Häusern kommen in diesem Bereich des „kleinen Spiels“ auch andere elektronische Spielweisen immer mehr zu Ehren – letzteres vor allem als Zugeständnis an die steigende Konkurrenz des Onlinespiels und der bei manchen staatlichen Spielbanken nicht gerade erquicklichen Gewinnlage.

Auch wenn es in den Fingern juckt, als Anfänger sollte man sich „alles-auf-Rot“-Aktionen verkneifen, weil diese meist den Abend beenden.

3. Die Regeln

Das Hemd frisch gewaschen und gebügelt, der Anzug frei Stäubchen und die Schuhe poliert. Mit diesem Outfit wird einen jede Spielbank nach Prüfung der Personalien einlassen. Und auch wenn die Häuser hohes Interesse daran haben, ihre Spieler nicht „auszubluten“ und daher sowohl selbst Sperren auferlegen wie Fremdsperren akzeptieren können, sollte man freiwillig ein festgefügtes Regelkorsett mit sich bringen.

Das erste Mal nie alleine. Viele Casino-Neulinge gelangen im Rahmen eines gehobeneren Junggesellenabschiedes zum ersten Mal in Kontakt mit dieser Welt. Dagegen ist zwar nichts einzuwenden. Wer sich aber wirklich für das Spiel interessiert, sollte das erste „ernsthafte“ Mal nur mit einer Vertrauensperson (und klarem Kopf) aufwarten. Das garantiert gegenseitige Kontrolle und verhindert, dass man sich zu sehr im Spiel verliert.

Nur mit Obergrenze. Es existieren zwei Sorten von Anfängern: Diejenigen, die wirklich unverschämtes Glück haben und gleich beim ersten Mal mit einem ordentlichen Gewinn nachhause gehen. Und es gibt diejenigen, die sich schon freuen können, hinterher ohne Minus dazustehen. Auf Glück kann man nicht zählen. Daher sollte man sich eine feste Geld-Obergrenze auferlegen. Ist diese Summe verspielt, ist der Besuch beendet.

Nur in Bar. In allen Spielbanken wird mit den sogenannten Jetons gespielt, also den Chips. Diese müssen bei der Bank – das ist ein gesonderter Raum innerhalb des Casinos, von und in „echtes“ Geld eingetauscht werden. Und hier sollte man ausschließlich Bargeld nehmen – und am besten keinen Cent über seiner selbstgesteckten Obergrenze und auch keine Bankkarten usw. dabei haben. Warum? Bargeld erlaubt einem eine realistischere Kontrolle. Ist das Portemonnaie leer, sieht man, dass man Verluste macht. Zahlt man hingegen mit Karte verliert man schneller den Überblick.

Absolut nüchtern. James Bond mag am Baccara-Tisch die Drinks nur so in sich geschüttet haben, in der echten Welt sind Alkohol und Glücksspiel absolut keine Freunde. Man verliert die Selbstkontrolle, geht überhöhte Risiken ein und neigt auch dazu, lauter und impulsiver zu werden. Gegen einen Wodka-Martini (geschüttelt…) ist nichts einzuwenden. Danach sollte man sich aber mit Cola. und Co. begnügen, wenn sich auch mit seinem begrenzten Anfängerkönnen noch einigermaßen realistische Gewinnchancen erhalten möchte.


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