Mit einer Erkältung arbeiten – ja oder nein?

Ein einfacher Schnupfen oder eine Erkältung sind für viele Menschen kein Grund, sich bei der Arbeit krankzumelden. Anstatt den Infekt in Ruhe auszukurieren, wird oftmals konzentriert oder sogar körperlich anstrengend gearbeitet. Ein einfacher grippaler Infekt ist zwar harmlos, wird er jedoch verschleppt, kann das auf lange Sicht schwerwiegende Folgen haben. Erfahren Sie hier, ob und wann Sie mit einer Erkältung arbeiten können – und wann Bettruhe angesagt ist.

Mit einer Erkältung in die Arbeit?

Eine gewöhnliche Erkältung dauert ohne Komplikationen circa sieben bis zehn Tage. In diesem Zeitraum ist der Körper vor allem mit der Bekämpfung der Erreger beschäftigt und nicht so leistungsfähig wie gewohnt. Viele Menschen fragen sich dann, ob sie mit einer Erkältung Arbeiten können oder nicht. Handelt es sich um harmlosere Erkältungssymptome wie Schnupfen oder leichte Halsschmerzen, ist es grundsätzlich noch möglich, zur Arbeit zu gehen. Dabei ist es wichtig, auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu achten. Durch die Anstrengung bei der Arbeit und das Ignorieren der Erkrankung kann es möglicherweise zu einer Superinfektion und damit einer langfristig verschleppten Erkältung mit gefährlichen Folgen kommen. Wer unter schweren Symptomen leidet, sollte unbedingt zu Hause bleiben. Mit Fieber arbeiten ist auch tabu. Im Zweifelsfall und bei länger anhaltenden Erkältungssymptomen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser gibt eine Empfehlung, ob man trotz einer Erkältung arbeiten kann oder eben nicht.

Bakterielle Superinfektion

Wer einen viralen Infekt nicht auskuriert, riskiert eine Superinfektion mit Bakterien. Die durch Viren geschwächten Schleimhäute sind während des Infekts sehr anfällig für eine zweite, bakterielle Infektion, welche meist viel hartnäckiger ist. Der Körper ist dann mit zwei Infekten und zwei Erregern gleichzeitig beschäftigt, was die Abwehrkräfte schwächt. Bei einer Superinfektion kommt es meist zu Folgeerkrankungen und Komplikationen.

Mögliche Komplikationen

Eine verschleppte Erkältung kann sehr riskante Folgen für die Gesundheit haben. Aus Husten, Schnupfen und Halsschmerzen können dann Erkrankungen wie beispielsweise eine Bronchitis, Sinusitis oder sogar eine Entzündung von Herzmuskel und Lunge entstehen. Diese Folgeerkrankungen einer verschleppten Erkältung sind möglich:

  • Bronchitis – Sobald die Erreger in die unteren Atemwege gelangen, können sie auch die Bronchien entzünden. Dann leiden Betroffene meist unter produktivem Husten, Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen oder auch Fieber. In diesem Fall sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, der letztlich die Bronchitis-Symptome erkennen und entsprechend behandeln kann.
  • Sinusitis – Bei der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entzünden sich die Verbindungskanäle zwischen Nase und Nasennebenhöhlen und schwellen an. Die Hohlräume werden nicht mehr richtig belüftet, es sammelt sich Sekret an – eine ideale Brutstätte für Bakterien und Viren, welche die Schleimhäute angreifen.
  • Mandelentzündung – Bei einer Mandelentzündung (Tonsillitis) werden die Gaumenmandeln von den Erregern befallen und entzünden sich. Rote Schwellungen mit kleinen gelblich-weißen Eiterflecken und starke Schluckbeschwerden sind charakteristisch für eine Mandelentzündung.
  • Mittelohrentzündung – gelangen die Erreger ins Innere des Ohrs, kann eine Mittelohrentzündung als Folge einer verschleppten Erkältung auftreten. Starke Ohrenschmerzen und ein vermindertes Hörvermögen sind dabei häufige Symptome.
  • Lungenentzündung – eine gefährliche Komplikation ist außerdem die Lungenentzündung, bei welcher die Erreger über die Atemwege in die Lunge eindringen und dort eine Entzündung hervorrufen. Starker Husten, Schüttelfrost, Fieber und Schmerzen beim Atmen sind alarmierende Signale, die auf eine Lungenentzündung hinweisen können.
  • Herzmuskelentzündung – Ebenso ist das Herz durch eine verschleppte Erkältung in Gefahr. Eine Herzmuskelentzündung heilt zwar meist nach einer langen Schonzeit wieder aus, kann aber zu einer lebenslangen Herzinsuffizienz oder zu Herzrhythmusstörungen führen.

Sofern Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Co. nicht in wenigen Tagen besser oder gar schlechter werden, ist es also ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um diese Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Hilfsmaßnahmen bei der Arbeit

Wer trotz einer Erkältung arbeiten will, sollte sich gut schützen. Warme Kleidung und möglichst wenig Stress sind gute Wege, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Auch die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und macht es den Erregern leicht, sich auszubreiten. Die Heizung sollte also nicht voll aufgedreht werden, während die Schleimhäute eine regelmäßige Befeuchtung mit Nasensprays oder Halslutschtabletten benötigen. Um das Immunsystem möglichst effektiv zu stärken, benötigt der Körper Vitamine in Form von frischem Obst und Gemüse und dazu ausreichend Flüssigkeit. Sobald der Körper aber schwächer wird und sich zugleich Erkältungssysmptome wie Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen deutlich verstärken, ist Bettruhe angesagt.

Zum Schluss sollte noch eine wichtige Tatsache bedacht werden: Wer mit einer Erkältung arbeitet riskiert nicht nur die eigene Gesundheit. Wer sich entschließt, trotz einer Erkältung zu arbeiten, sollte auch die Ansteckungsgefahr bedenken. Durch Händeschütteln, Husten und Niesen verbreiten sich Viren und Bakterien und können auch die Arbeitskollegen infizieren.


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