Immobilien im Ausland kaufen - lohnt sich das?

Die immer noch historisch niedrigen Zinsen animieren viele Verbraucher dazu, sich den Traum von den eigenen vier Wänden endlich zu erfüllen. Doch nicht jeder will oder braucht eine Immobilie in seiner Nähe, im Gegenteil träumen viele von einem Häuschen an ihrem liebsten Urlaubsort. Doch wie findet man eine solche Immobilie, und wie lässt sie sich finanzieren?

 


Die niedrigen Zinsen bewirken einen wahren Hype auf dem Immobilienmarkt. Doch die Kosten für den Hausbau oder -kauf bestimmt nicht die Zinshöhe allein, sie hängen von vielen Faktoren ab. Aber eines ist klar: Aktuell lässt sich so günstig wie nie ein Haus kaufen oder bauen.

Diese Entwicklung hat jedoch noch einen anderen Effekt, der die günstigen Zinsen beinahe wieder aufhebt: Im gleichen Maße, wie die Zinsen gesunken sind, stiegen die Kosten für Immobilien im Inland. Grundstücke, Wohnungen und Häuser besonders in den Städten sind deutlich teurer geworden, auch die Leistungen von Handwerkern schlagen mit höheren Beträgen zu Buche. Der Verbraucher ist hier in einer Zwickmühle, denn auch die Mieten steigen in vielen Bundesländern immer weiter an. Dennoch wollen viele das günstige Zinsniveau ausnutzen und spielen mit dem Gedanken, in eine Immobilie im Ausland zu investieren. Diese lässt sich natürlich auch vermieten, wenn man sie nicht gerade selbst nutzt, und dient auch als zukünftiger Altersruhesitz. Doch wie realistisch ist eine solche Idee, und lassen sich die günstigen Zinsen dadurch klug nutzen?


Immobilien im Ausland sind häufig sehr günstig

Es geht nicht allen europäischen Ländern gut, vor allem im Süden Europas macht sich die Eurokrise bemerkbar. Das wirkt sich natürlich auch auf den Immobilienmarkt aus, und viele Häuser und Wohnungen lassen sich gerade zu erstaunlich niedrigen Preisen kaufen. Ein anderer Trend sind jedoch auch Luxusimmobilien etwa in Dubai, wobei man in jedem Fall den passenden Vermittler an seiner Seite haben sollte. Entscheidend ist hier, dass der Berater die gleiche Sprache spricht die man selbst. Das schützt einerseits vor Missverständnissen, andererseits muss man die eigenen Ansprüche nicht lang und breit erklären.

Neben den günstigen Preisen haben ausländische Immobilien noch weitere Vorteile:

  • Sie werden oft günstiger versteuert
  • Sie können für Mieteinnahmen sorgen und hohe Renditen abwerfen
  • Man muss nie wieder einen Urlaub buchen, sondern hat immer eine Unterkunft an seinem Lieblingsreiseziel.


Darf ich als EU-Bürger überall eine Immobilie kaufen?

Wer sich gern in Spanien häuslich niederlassen will, kann das problemlos tun – doch es gibt einige Länder, in denen das nicht so einfach möglich ist.

In der Schweiz braucht man eine Bewilligung der entsprechenden Kantonsbehörde und darf ein Objekt nicht als reine Kapitalanlage erwerben.

In Österreich braucht man eine Erwerbsgenehmigung.

In den Niederlanden dürfen Immobilien oftmals nur als Erstwohnsitz genutzt werden.

In Dänemark darf nur der ein Haus kaufen, der bereits fünf Jahre steuerpflichtig in diesem Land gelebt hat.


Und wie sieht es mit der Finanzierung aus?

In Spanien ein echtes Schnäppchen machen und dafür von den günstigen Zinsen der Hausbank profitieren, geht das?

Es kann schwierig sein, für eine ausländische Immobile einen Kredit bei einer deutschen Bank zu bekommen, denn das Objekt ist weit entfernt und darum als Sicherheit für die Bank wenig interessant. Am ehesten bekommt man die Finanzierung bewilligt, wenn man die Hälfte des benötigten Betrages selbst aufbringen kann und zudem eine Immobilie in Deutschland als Sicherheit einsetzen kann. Es kann auch zu einem Zinsaufschlag kommen, mit dem die Bank ihr Risiko absichern will – was die Zinsersparnis wieder zunichte machen kann.


Geld bei einer Bank im Ausland leihen?

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, die Immobilie bei einer Bank vor Ort finanzieren zu lassen. Dieses Unterfangen sollte man jedoch nicht blauäugig angehen, sondern sich im Vorfeld gründlich informieren. Zunächst einmal kann die Rechtslage ganz anders sein und die Konditionen und Bestimmungen können sich stark unterscheiden. Auch eventuelle Währungsschwankungen machen einen solchen Kauf zum Risiko.

Auf jeden Fall sollte man über sehr gute Sprachkenntnisse verfügen oder einen vertrauenswürdigen Berater haben, und sich umfassend informieren.


Das passende Objekt finden

Die Suche nach dem passenden Objekt gestaltet sich oft schwieriger, als gedacht, denn man wird öfter zu Besichtigungen und Verhandlungen reisen müssen, bevor man sich endgültig entscheidet. Ein verlässlicher Dolmetscher an der Seite ist dann Gold wert, ebenso wie ein Sachverständiger, dessen Urteil vor unerwünschten Folgekosten schützen kann.

Achtung: In manchen südlichen Ländern ist auch ein mündlicher Vertrag schon bindend, man sollte also mit deutlichem Kopfnicken oder einem Handschlag eher zurückhaltend sein.

Der Kaufvertrag sollte zweisprachig verfasst sein, das schützt vor bösen Überraschungen. Eventuelle zusätzliche Kosten sollten in die Kalkulation einbezogen werden. Diese können sein:

  • Reisekosten für die nötigen Besichtigungen
  • Steuern für den Hauskauf, die im Zielland anfallen
  • Notwendige Übersetzungen etwa von Dokumenten, auf die man keinesfalls verzichten sollte
  • Kosten für die Verwaltung, weil man nicht ständig vor Ort sein kann

Ebenso wie bei einem Immobilienkauf in Deutschland bietet es sich also an, ein ordentliches finanzielles Polster vorzuhalten und sich bei der Finanzierung nicht auf die Bank allein zu verlassen.



Bildquelle: Bild 1: https://pixabay.com/de/stadt-blick-städtischen-architektur-2913862/


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