Umfassende Untersuchung für die Fahrerlaubnis: „How to do“ MPU

Auf der Rückfahrt von der Weihnachtsfeier. Da können die Lichter aufgrund von Müdigkeit schon einmal verschwimmen. Dafür sorgt aber auch Alkohol im Blut, was schließlich zur MPU führen kann.

Ein Schluck Wein am Abend oder das Feierabendbier. Dies sei jedem gegönnt. Vor allem, wenn es ums Feiern geht, dann gehören alkoholische Getränke meist einfach dazu. Allein das Oktoberfest, welches mittlerweile nicht nur in der bayerischen Hauptstadt zu finden ist, zieht die meisten Einnahmen aus dem Verkauf der mit Bier gefüllten Maßkrüge. Bald steht schon ein weiteres Fest vor der Tür, dessen Verkaufsschlager auch aus einem alkoholischen Getränk besteht. Denn die Weihnachtsmärkte locken neben festlicher Deko und Keksduft mit wärmendem Glühwein. Und in geselliger Runde wird dann vielleicht doch das eine oder andere Glas zu viel getrunken – also, jedenfalls zu viel, um noch mit dem Auto den Heimweg anzutreten. Wer sich dennoch in den PKW setzt und von der Polizei erwischt wird, gefährdet erstens seine Sicherheit und muss zweitens mit einer Geldstrafe, dem Führerscheinentzug sowie einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen. Während das Geld einfach überwiesen wird, stellt die MPU den Fahrer schon vor größere Herausforderungen. Doch worauf ist dabei zu achten und wie ist sich darauf vorzubereiten?

Was zur MPU führt

In der Fahrerlaubnisverordnung ist genau festgelegt, was zur Anordnung einer MPU führt. Die häufigsten Ursachen für die MPU sind acht Punkte in Flensburg sowie Fahrten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Wird der Fahrer mit 1,6 oder mehr Promille erwischt, führt dies auch beim ersten Verstoß zur Anordnung einer MPU. Denn dieser Wert bedeutet für die Fahrerlaubnisbehörde einen eindeutigen Alkoholmissbrauch. Auch Radfahrer, die mit einer Promille von 1,6 von der Polizei angehalten werden, müssen eine MPU durchlaufen, um ihre Fahrerlaubnis zurückzubekommen. Weitere Regeln zum Alkoholverbot am Steuer zeigen ausführlich auf, an welche Vorgaben sich Fahrzeugführer zu halten haben, damit weder Geldstrafen noch MPU zum Tragen kommen müssen. Eine MPU wird bereits nach einmaliger Fahrt unter Alkoholkonsum angeordnet. In Baden-Württemberg und in einigen anderen Bundesländer kommt die MPU auch nach einer Fahrt unter 1,6 Promille zum Tragen. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag überlegt, die Promillegrenze für die MPU grundsätzlich von 1,6 auf 1,1 abzuändern. Wird ein Fahrer bei einer zweiten Fahrt unter Alkoholeinfluss erwischt, reicht auch eine nachgewiesene Promille von 0,5 aus, um erneut zur MPU antreten zu müssen.

Was ist die MPU

Wie der Name „medizinisch-psychologische Untersuchung“ bereits verrät, geht es bei der MPU darum, sich einer umfassenden körperlichen und geistigen Untersuchung eines Gutachters zu stellen. Die MPU, welche wohl eher unter der Bezeichnung Idiotentest bekannt ist und alles in allem eine Begutachtung der Fahreignung bedeutet, besteht in Deutschland seit 1954. Die Untersuchung soll die Zahl der Verkehrsunfälle mindern und die Fahrerlaubnisbehörden der Länder bei ihrer Entscheidung über einen endgültigen Entzug oder eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis unterstützen.

Ein Informationsabend zur MPU wird oft kostenlos von örtlichen TÜV-Stellen oder Fahrschulen angeboten. Für persönliche Fragen eignet sich jedoch ein individueller Vorbereitungskurs.


Vorbereitung ist alles: Verschiedene Wege, um sich MPU-Infos einzuholen

Wer seinen Führerschein wiederbekommen möchte, sollte nicht unvorbereitet in die MPU. Jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die dabei helfen, sich eine Vorstellung von den Abläufen machen zu können und hilfreiche Informationen mit an die Hand geben. Denn eine gute Vorbereitung die in jedem Fall aus dem frühzeitigen Informieren und zudem aus einer professionellen Beratung  bestehen kann, hat sich bereits häufig als rentabel herausgestellt. Die Vorbereitungskurse sind sogar je nach Grund des Führerscheinentzugs auswählbar. Durch einen Kurs ist häufig auch eine Verkürzung der Sperrzeit möglich. Diese ist je nach Bundesland unterschiedlich, kann jedoch eine Verkürzung des Führerscheinentzugs von bis zu drei Monaten bewirken. Eine MPU-Beratungsstelle in der Nähe gibt einen Überblick über Informations- und Vorbereitungsangebote in der Nähe.

1. Infoabende und Vorbereitungskurse mit fachmännischer Anleitung

Einige Organisationen – allen voran der TÜV oder diverse örtliche Fahrschulen – bieten kostenlose Informationskurse an, bei denen ein grober Überblick gegeben und über seriöse Vorbereitungsmaßnahmen informiert wird. Unter anderem werden folgende Punkte erklärt:

  • Die Formalitäten und die Durchführung der MPU.
  • Die Kosten der MPU.
  • Möglichkeiten der Vorbereitung.
  • Ansprechpartner vor Ort und Informationen über den Ablauf des Gesprächs mit Arzt und Psychologen.

Die Infoabende klären über mögliche Vorbereitungskurse auf, die noch genauere Informationen mit an die Hand geben. Denn irgendeinen Test auswendig zu lernen, oder durch mehr oder weniger schauspielerisches Talent auf Hollywood-Star zu machen, bringt einen bei der MPU nicht weiter. Einige unseriöse Anbieter versprechen einen Fahrplan, der angeblich nur ein wenig Auswendiglernen benötigt, um die MPU zu bestehen. Darauf ist kein Verlass. Für seriöse und fachmännische Vorbereitungskurse muss zwar oft einiges gezahlt werden, aber diese sind in jedem Fall lohnenswerter. Angeboten werden die Kurse in der Regel von den örtlichen TÜV-Stellen. Gruppenkurse kosten bis zu 800 Euro und die Einzelvorbereitung kann bis zu 1.500 Euro kosten – verspricht aber einen individuellen Leitfaden. Die Kurse gehen meist über mehrere Wochen.

2. Individuelle psychologische Vorbereitung

Das psychologische Gespräch der MPU, gehört wohl zu den wichtigsten Punkten. Denn dabei wird geklärt, wie es dazu kam, dass sich volltrunken ans Steuer gesetzt wurde. Der Psychologe muss erkennen, dass es dem Verkehrssünder ernst ist und er aus seinem Fehlverhalten gelernt hat. Um sich auf das psychologische Gespräch vorzubereiten, kann im Vorfeld in einen Vorbereitungskurs beim Verkehrspsychologen investiert werden. Pro Stunde kostet eine individuelle Gesprächsvorbereitung etwa 100 Euro. Dabei kann dann gezielt besprochen werden, worauf es dem psychologischen Gutachter bei der MPU ankommt.

3. Eigene Recherche und Vorbereitung

Abgesehen von den Vorbereitungskursen, kann sich zusätzlich durch eigene Recherche vorbereitet werden. Wobei es dennoch ratsam ist, sich nicht ausschließlich auf das eigene „Lernprogramm“ zu verlassen. Aber klar, wenn kein Geld in einen Vorbereitungskurs investiert werden kann, ist es eine Möglichkeit, sich wenigstens eine Basis-Vorbereitung zu verschaffen. Infomaterialien können entweder über das Internet oder örtliche Stellen von TÜV sowie ADAC bezogen werden.


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