Die Organisationen kümmern sich vorbildlich um Suchtkranke


Suchterkrankungen sind bundesweit nach wie vor in fast jedem Altersbereich ein Problemthema, das nicht auf einzelne soziale Schichten beschränkt ist. Die Auslöser einer Sucht sind daher auch sehr vielfältig. Eine Suchtvorbeugung ist von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Angebote der Verhaltensprävention sind auf die Förderung von Eigenverantwortung, Konfliktfähigkeit und soziale Kompetenz ausgerichtet. Durch Maßnahmen zur Verhältnisprävention sollen suchtfördernde soziale Strukturen und Systeme verändert oder beseitigt werden. Therapeutische Hilfsangebote bieten neben staatlichen Stellen zahlreiche weitere Organisationen. Dazu zählen die Caritasverbände, Selbsthilfeorganisationen oder die Suchthilfe Blaues Kreuz. Sie betreuen und beraten Menschen, die von der Glücksspiel- oder Alkoholsucht, der Tabaksucht oder der Drogensucht betroffen sind. Weitere gefährliche Suchtpotenziale mit Behandlungsbedarf liegen in einer Kaufsucht sowie Ess- oder Magersucht. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass auch Kinder und Jugendliche von Sucht betroffen sind. Die Folgen von Suchterkrankungen können teilweise dramatisch schlimm sein:

Aggressivität, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen
• Scham, Verlust des Selbstwertgefühls
• Finanzielle Probleme bis zur Insolvenz
• Verlust des Arbeitsplatzes
• Verlust sozialer Kontakte
• Trennung von der Familie und von Freunden
• Selbstvorwürfe und Depressionen
Suizid (Selbstmord)

Eine effizientere Überprüfung der Beachtung erlassener gesetzlicher Regelungen und ein stärkerer Kontrolldruck an Brennpunkten wären hilfreich. Vorteilhaft wäre sicherlich eine intensivere Aufklärung zum Thema Sucht an den Schulen unter Einbeziehung der Suchtprävention in die Unterrichtsplanung. Betriebliche Gesundheitsmanagements sollten sich nicht auf die Themen Bewegung und Ernährung beschränken, sondern auch über Suchtgefahren informieren.

Eine deutlich steigende Tendenz ist bei der Glücksspielsucht zu bemerken. Die Nachfrage nach Therapiemöglichkeiten bei Institutionen wie der Caritas ist gestiegen. Die Zunahme dieser speziellen Suchterkrankung ist auch das Ergebnis aus den verbreiteten Zugangsmöglichkeiten durch das Internet. Die Formen der Glücksspielsucht:

• Lotterien
• Automatenspiel
• Roulette und Kartenspiele in Casinos und an anderen Stellen
• Sportwetten
• Gewinnauslosungen von Geld- und Sachpreisen in Form einer Tombola
• Gewinnspiele als Werbemethode von Unternehmen
 

Lotterien haben in vielen Gesellschaften einen festen Platz, weil sie anteilig Gewinne an den Staat zahlen. Hohe Beträge werden gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung gestellt oder für öffentliche Bauprojekte verwendet. Das Bewusstsein, durch den Lotterieeinsatz ein Beitrag für die Gesellschaft geleistet wird, ist sicherlich kaum vorhanden. Lotterien sind aufgrund des staatlichen Einnahmeinteresses nicht mehr wegzudenken. Die Aussichten auf einen Hauptgewinn sind realistisch betrachtet kaum vorhanden. Allein die Möglichkeit auf die Erfüllung von Lebensträumen lässt jedoch hoffen und verbindet dabei Millionen Menschen.

Die weltweite Premiere einer Lotterie fand übrigens im Jahr 1575 in Genua statt. Im Rahmen der damals praktizierten Bestenausleseverfahren für die Benennung der Stadträte wurden Zettel mit Kandidatennamen aus einem Behältnis gezogen. Die Glücklichen, deren Namen gezogen wurden, konnten anschließen über die städtischen Belange bestimmen. Das Bevölkerungsinteresse an diesem Losverfahren war gewaltig. Clevere Geschäftsleute begannen damit, diesen Umstand zu vermarkten. Dazu boten sie Wetten auf den Ausgang des Verfahrens an. In der Folge wurden die Namen durch Zahlen ausgetauscht: Das erste Zahlenlotto der Welt war entstanden.

Dieses Verführungspotenzial ist in vielen Fällen der Wegbereiteter für den Einstieg ins Glücksspiel mit immer höheren Einsätzen. „Glücksspiel kann süchtig machen“ wird daher nicht von ungefähr als Hinweis bei fast jeder Werbung für staatliche Lotterien verwendet. Hinweise auf Beratungs- und Behandlungsstellen für Süchtige sind bei den Lotterieannahmestellen verfügbar. Viel Mühe um Suchtkranke machen sich auch Selbsthilfegruppen, in denen ehemalige Suchtkranke und mitleidende Familienangehörige hautnah und authentisch von den Auswirkungen berichten können. Eine Diskretion ist dabei selbstverständlich.

Nicht selten verfängt sich ein Mensch in den Fallstricken der Glücksspielsucht, weil er irgendein Ventil zu einem seelisch-nervlichen Ausgleich sucht. Besonders für Familienangehörige, Freunde und Arbeitskollegen ist es wichtig, auf Anzeichen für ein Suchtverhalten zu achten. In diesen Fällen können sie die Beratungsstellen vieler Organisationen kontaktieren, um für das weitere Vorgehen fachkundig vorbereitet zu werden. Ein erster Schritt ist häufig für Familienangehörige auch die Einschaltung des Hausarztes.
 

Durch den freien Internetzugang geraten immer jüngere Menschen in schwere Bedrängnis. Die Experten von Online Sporwette.net raten, dass verstärkt durch Eltern und Schulen die Internetaktivitäten minderjähriger Kinder thematisiert werden sollten. Dadurch soll der Gefahr der Internet- aber auch Glücksspielsucht für Minderjährige begegnet werden.

Psychologen und Sozialpädagogen mit Spezialwissen und Erfahrung werden von den im Internet umfassend nachlesbaren Institutionen und Organisationen für die Hilfe für Süchtige bezahlt. Ohne deren engagiertes Handeln wäre für viele Betroffene kaum noch ein Ausweg in Sicht. Im Rahmen der Therapie finden Einzel- und Gruppengespräche statt. Dabei zählt als erster wichtiger Schritt, die Betroffenen emotional zu stabilisieren und sie vom weiteren Glücksspiel fernzuhalten. Hilfreich sind dabei die Einbeziehung von vertrauten Personen sowie wirksame finanzsichernde Maßnahmen wie die Abgabe der Scheckkarte und größerer Bargeldbeträge.

In den Gruppengesprächen sowie besonders in den Einzelgesprächen, wird sich der Betroffene immer mehr öffnen. Dies soll dem Therapeuten ermöglichen, die auslösenden Ursachen für den Suchtbeginn herauszufinden. Dadurch kann das Rückfallrisiko reduziert werden. Sollte sich danach nochmals das Suchtgedächtnis melden, kann auf die Indikatoren in einer frühen Phase reagiert werden.

Ansprechpartner Suchthilfe:

Suchthilfe Baden-Baden
http://www.suchthilfe-baden-baden.de/
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Hamm
http://www.dhs.de/

Online-Beratungsangebot des Caritasverbandes:
http://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/suchtberatung/suchtberatung

Glücksspiel Selbsthilfe e.V.:
http://gluecksspiel-selbsthilfe.org/


Quellen:
Bild 1 Shutterstock, Pressmaster; Bild 2 Shuttterstock, massimofusaro, Bild 3 Shutterstock, Lolostock



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