Gute Stimmung in schweren Zeiten – Tipps für nervige Tage

Brennende Autos im Zuge der G20-Proteste in Hamburg, ein amerikanischer Präsident, der seit Wochen für Furore sorgt, kaum noch vorhandene Privatsphäre durch freiwillige, wie unfreiwillige digitale Transparenz – es sind schwere Zeiten. Nicht so schwer, wie sie mal waren und wie sie sein könnten, aber schwer. Und obwohl sie ernstgenommen werden müssen, ist es doch auch wichtig, sich die eigene Laune durch das, was so passiert, nicht vollkommen verderben zu lassen. Mit folgenden Tipps werden nervige Tage hoffentlich ein wenig erträglicher.

Freunde gegen Krisen tauschen

Wer seine Sorgen mit Freunden teilt, überwindet  in der Regel Krisen besser und wird nicht so schnell einsam.

Die alte Grundregel „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ ist ausgetreten, wie ein alter Sneaker. Und trotzdem ist da doch etwas dran: denn wer kotzt sich nicht gerne zusammen über Trumps Bemerkungen zum Umgang mit Frauen ab, während in Deutschland jetzt sogar schon die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt ist? Wer leidet nicht lieber gemeinsam an heißen Tagen zusammen im Büro und träumt von erfrischender Abkühlung? Sich gemeinsam ärgern macht Spaß. Gemeinsam diskutieren und über Probleme sprechen, Lösungsansätze bereden und Kritik üben auch. Selbst wenn nicht immer etwas dabei herumkommt, tut es gut, seine Meinung zu sagen und die Meinung anderer anzuhören. Wer sich also mit Freunden austauscht, wird merken, dass alles gar nicht so schlimm ist; oder das wir zumindest gemeinsam mit drinhängen. Hierbei gilt, sich einfach mal mehr zu trauen und zu sagen, was man denkt, selbst wenn man aneckt oder vielleicht mal dumm dasteht.

Dabei kann es übrigens gut tun, nicht jede Meinung immer gleich zu bewerten und Urteile über alles und jeden zu fällen. Wie wärs damit: einfach mal ein Experiment starten und einen Tag lang versuchen, nicht zu urteilen. Unmöglich? Ja vielleicht, aber einen Versuch ist es wert. Vielleicht passt sich das Umfeld an und es finden sich leichter neue Bekannte oder es entstehen sogar neue Freundschaften, mit denen sich dann wieder ausgetauscht werden kann.

Das Sein sein lassen

„Es ist wie es ist“. Schon wieder so eine Weisheit. Und schon wieder steckt da mehr dahinter, als man sich vielleicht denkt, wenn man diesen Satz sagt. Denn der Satz sollte nicht bedeuten, dass einem alles egal ist und dass man sein Leben gleichgültig der Welt und der Natur gegenüber bestreitet. Vielmehr sollte er als Übung in Gelassenheit verstanden werden. Manchmal muss das Sein einfach als Sein akzeptiert werden. Das mag für den ein oder anderen philosophisch oder gar esoterisch klingen, ist aber ganz rational und praktisch umsetzbar:

  • Dass man manchmal durchdreht ist menschlich. Und jeder hat das Recht dazu, manchmal zu brüllen, mit der Faust gegen die Wand zu schlagen oder jemanden anzumotzen. Zieht sich die Gereiztheit aber über mehrere Tage hinweg und leidet das Umfeld irgendwann genauso unter den eigenen Launen, ist es Zeit, den Stecker zu ziehen. Und wer ehrlich zu sich selbst ist, merkt ab einem gewissen Zeitpunkt, dass es an der eigenen Einstellung liegt. Sich immer über jede Kleinigkeit aufzuregen, macht alles noch schlimmer. Augen zu, drei Mal tief durchatmen und die Situation akzeptieren, hilft oft schon. Dann kann mit klarem Blick nach Lösungen, Auswegen oder Ähnlichem gesucht werden.
  • Das Gleiche gilt auch für Situationen, die keinem gefallen, wie zum Beispiel das Feststecken im Stau auf der Autobahn. Vor einem hunderte Meter stockender Verkehr, um einen herum Gehupe und im eigenen Kopf der Vorwurf an sich selbst, den Verkehrsfunk nicht gehört zu haben. Oder das Bedürfnis auf Toilette zu gehen oder die Vorfreude auf das Feierabendbier. Aber all das ändert nichts an der Situation. Es ist wie es ist. Also warum nicht das Beste daraus machen: gute Musik hören, sich eine witzige Geschichte ausdenken, einem anderen Verkehrsteilnehmer mitfühlend zulächeln, flirten… es gibt unzählige Möglichkeiten, die Zeit während eines Staus zu nutzen. Kreativität ist das Stichwort!

Durchgedrehte Partys feiern

Manchmal hilft gegen harte und anstrengende Tage nur eins: den Stress wegfeiern. Das heißt nicht, dass viel gesoffen werden und der Frust ertränkt werden muss. Feiern kann auch bedeuten, einfach mal loszulassen, beim Tanzen die Musik, die Bewegung und die Menschen um einen herum zu genießen. Und sorglos den aktuellen Moment genießen.

Dass ein solches Feiern in stickigen Bars, in Mallorca-Clubs mit Proleten und grölenden Fußballteams oder ähnlichen Etablissements nicht unbedingt gelingen mag, ist klar. Wer öffentliche Clubs sowieso lieber meidet, kann auch einfach selbst mit der WG, mit Freunden oder Bekannten eine coole Party veranstalten. Wie wärs mit einer Hippie & Flower Power Party, als Reminiszenz an die guten alten 69er, in denen eine ganze Generation eine Gegenbewegung gegen den Vietnamkrieg und aufkommende Unruhen weltweit startete? Wer angefixt ist, kann sich bei diversen Fachhändlern, wie Karneval Universe mit den entsprechenden Outfits eindecken – um die Stimmung ein wenig authentischer werden zu lassen oder einfach, um etwas zum gemeinsam Lachen zu haben.

Nicht alles ändern wollen

Das Internet, bzw. die großen Konzerne, die sich seiner Möglichkeiten bedienen, haben fast schon alle unserer Daten. Spätestens an personalisierter Werbung wird das ersichtlich. Der gläserne Mensch, der lange als dystopischer Vermeidungszustand galt, ist längst keine Fiktion mehr. Und trotzdem hören Viele nicht auf die Alarmsignale und stellen sogar Live-Videos ihres alltäglichen Lebens in die sozialen Netzwerke. Videos, die für immer im Netz kursieren werden. Bei solchen und ähnlichen Aktionen kann es schnell passieren, dass die Anderen einen nerven. Warum machen die da mit? Warum sehen die nicht, was ich sehe?

Aufregen bringt aber auch hier nichts. Der einzelne Mensch sollte nicht immer alles ändern wollen, sollte nicht alles auf sich beziehen und an der Welt erkranken. Denn letztlich erkrankt er doch nur an seinen eigenen Sorgen. Im Falle der Selfie-Opfer und Selbstdarsteller beispielsweise gilt es, sich einfach zu sagen: „Sollen die doch machen. Was juckt es mich?“. Früher oder später merkt jeder, was er vielleicht ändern sollte, um sein Leben angenehmer zu gestalten. Aber erzwungen werden sollte und kann es eben nicht.


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