Gut vorbereitet ins Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräche gleichen Prüfungssituationen. Man muss innerhalb kürzester Zeit perfekte Antworten vortragen und sich gut verkaufen können. Mit etwas Vorbereitung lassen sich die Nervosität und Unsicherheit jedoch reduzieren und Fragen souverän beantworten.

So unterschiedlich jedes Unternehmen ist, so verschiedenen sind auch Vorstellungsgespräche. Doch auch wenn sich nicht alles gleicht, kann man Parallelen ziehen. Besonders auf die Fragen kann man sich gut vorbereiten. In Vorstellungsgesprächen ist es ähnlich wie bei Klausuren in der Schule: Umso besser man vorbereitet ist, umso entspannter kann man die bevorstehende Aufgabe absolvieren. Selbst wenn man aufgeregt ist, ist das nicht gleich ein Ausschlusskriterium. Ein offener Umgang mit Nervosität kann auch sympathisch wirken und zeigen, dass einem die Stelle wichtig ist.

Unzulässige Fragen

Im Vorstellungsgespräch hat man das Recht, auf bestimmte Fragen nicht zu antworten. Dazu zählen alle Fragen zu persönlichen Lebensumständen, wie die eigene Gesundheit, Schulen, Familienplanung, Gewerkschaftsmitgliedschaft, politische Vorstellungen oder die Religionszugehörigkeit. Geregelt sind die unzulässigen Inhalte im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Lediglich in bestimmten Bereichen sind diese Fragen zulässig, bei sogenannten Tendenzarbeitgebern wie Parteien oder im Gesundheitswesen. Sollte der Arbeitgeber trotzdem solch eine Frage stellen, sollte man nicht pampig reagieren, sondern offen und freundlich sagen, dass man darauf nicht antwortet.

Fangfragen

Fangfragen werden nicht gestellt, um den Bewerber zu ärgern. Vielmehr versuchen Personaler damit herauszufinden, wie der Bewerber wirklich tickt. Denn im Vorstellungsgespräch versucht der Jobsuchende sich so gut wie möglich zu verkaufen und bereitet sich auf potenzielle Fragen vor. Mit der Fangfrage versucht man Bewerber aus der Reserve zu locken und sein wahres Ich zu sehen. Durch Fangfragen kann man die persönlichen Ziele und Werte, Arbeitsweisen und die Motivation des Bewerbers herausfinden. Karriereseiten und Jobbörsen wie Stepstone haben bereits eine Vielzahl an Ratgebern zu solchen fiesen Fangfragen verfasst, die man zum Üben nutzen kann. Beliebte Beispiele sind „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren“ und „Was sind Ihre Stärken und Schwächen“. Man sollte spontan antworten und keine auswendig gelernten Phrasen vor sich hersagen sowie ehrliche und knappe Antworten geben. Personaler hören ungern das, was schon von etlichen Bewerbern gesagt wurde, hier ist etwas Kreativität gefragt. Man sollte nicht vergessen, dass nicht nur der Personaler ein Interesse daran hat herauszufinden, wer man wirklich ist. Arbeitet später in einem Team, in dem man sich nicht wohlfühlt, hat man auch nichts gewonnen.

Brainteaser

In einigen Vorstellungsgesprächen werden sehr seltsam wirkende Fragen gestellt. Eine davon ist: „Wie viele Smarties passen in einen Smart?“ Solche Fragen werden als „Brainteaser“ bezeichnet und lassen sich selten richtig beantworten. Vielmehr ist der Personaler hier an dem Lösungsweg interessiert. Auch hier gilt wieder: Ruhe bewahren und freundlich antworten. Neben dem Lösungsweg zeigt der Bewerber hier außerdem, wie er mit stressigen Situationen umgeht. Um kompetent mit Brainteasern umzugehen, sollte man das Problem in mehrere Elemente gliedern. Da nicht nur das Ergebnis wichtig ist, sollte man seinen Interviewpartner ruhig mündlich durch das Problem führen. In diesem Fall ist das Volumen vom Smart und Smartie wichtig. Wenn man weiß, wie groß ein Smart in etwa ist, kann man herausfinden, wie viele Smarties in das Auto passen würden. Keine Angst vor falschen Werten, denn hier kommt es auf die Kreativität und nicht die Richtigkeit an.

Mit etwas Vorbereitung muss man keine Angst mehr vor der Stellensuche haben. Mit der Zusage zum Vorstellungsgespräch hat man die erste Hürde bereits geschafft und steht mit einem Fuß im neuen Job. Personaler verfolgen nicht das Ziel, den Bewerber einzuschüchtern, sondern möchten den Jobsuchenden lediglich aus der Reserve locken. Freundlichkeit und ein offenes und ehrliches Auftreten hinterlassen einen guten Eindruck und die Vorbereitung auf potentielle Fragen erledigt den Rest zum erfolgreichen Vorstellungsgespräch.


Bild:  © geralt (CC0 1.0) / pixabay.com


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