Endlich die Wende? Die Krise des 1. FC Köln

Wer nach 10 Bundesliga-Spielen mit zwei Unentschieden und acht Niederlagen da steht, genießt gewöhnlich keine allzu erfolgreiche Saison. Dasselbe gilt für den 1. FC Köln. Unter Trainer Peter Stöger ging der Start in die aktuelle Spielzeit massiv daneben, doch der Klub behielt lange die Ruhe, reagierte erst mit der einvernehmlichen Trennung von Manager Jörg Schmadtke. Bekommt der Traditionsklub nun endlich die Wende?

Pokalwettbewerbe bringen Hoffnung zurück an den Rhein

Quelle: UEFA Europa League via Twitter

Wenn sich eine Mannschaft in einer handfesten Krise befindet, sind es oft die kleinsten Details, die vom Team gesucht werden, um einen vermeintlichen Aufwärtstrend herauf zu beschwören. Der 1. FC Köln brauchte recht lange, um von "ordentlichen Leistungen" hin zu Resultaten zu gelangen. Ausgerechnet die beiden Pokalwettbewerbe erbrachten den Domstädtern die ersten Erfolge seit DFB-Pokal Runde 1. Auswärts in Berlin, wo selbst die Münchner Bayern nicht gewinnen konnten, holten sich Peter Stögers Spieler einen 1:3-Erfolg, der in seiner Klarheit viele überraschte. Nach einer Stunde besaßen die Kölner einen Drei-Tore-Vorsprung und hatten das Match damit effektiv eingetütet. Entsprechend führen die Mr Green Sportwetten die Kölner mit einer Quote von 6,00 auf eine Halbfinalteilnahme im DFB-Pokal (Stand 5. November). Schwieriger war es eine Woche später in der Europa League, wo es bisher nur Niederlagen gab. Allen Unkenrufen zum Trotz konnte der Effzeh einen 1:2-Rückstand zur Halbzeit noch in einen 5:2-Sieg über BATE Baryssau wenden.

Wenig überraschend kam so wieder Hoffnung auf am Rhein, an dem zuletzt eher die Trennung von Jörg Schmadtke die Schlagzeilen bestimmte. Ausgerechnet einer dessen viel kritisierten Einkäufe, Stürmer Sehrou Guirassy, konnte zuletzt während der Verletztenmisere der anderen überzeugen. Da auch Stürmerkollege Yuya Osako endlich einen Aufwärtstrend aufweist, war das Spiel am Sonntag gegen Hoffenheim als möglicher Wendepunkt im Abstiegskampf anzusehen.

Rückschlag durch Niederlage gegen Hoffenheim

Quelle: BUNDESLIGA via Twitter

Eben jener Osako war es dann auch, der in der ersten Halbzeit des Sonntagsspiels zwischen Köln und Hoffenheim einem Treffer am nächsten kam. Sein Schuss, der Torwart Oliver Baumann bereits hinter sich gelassen hatte, klatschte jedoch an den Torpfosten. Stögers Team war abermals sehr engagiert, präsent in den Zweikämpfen, doch vermisste im letzten Drittel meist die entscheidenden Ideen. Auf der anderen Seite kam es schon früh, wie es meistens für Teams in der Krise der Fall ist. Nach einem tollen Ball von Kerem Demirbay war Nadiem Amiri links durch und fand in der Mitte den jungen Dennis Geiger, der nach einer missglückten Annahme unbedrängt einschob.

Statt eines Comebacks erfuhr der FC in der zweiten Halbzeit schnell den Tiefschlag. Nachdem Pawel Olkowski im Strafraum Mark Uth leicht traf, erhielten die Hoffenheimer den berechtigten Strafstoß. Diesen verwandelte Sandro Wagner sicher und erstickte damit vorerst jegliche Pokaleuphorie in Köln im Keim (Endergebnis 0:3). Auch wenn es sich bei Hoffenheim um eines der besseren Teams der Liga handelt, muss der 1. FC Köln früher oder später Punkte einfahren. Doch Torwart Timo Horn weiß auch: "Wir haben eine Reihe junger Spieler. Wenn wir es schaffen, uns aus dieser Situation zu befreien, dann wird dies jedem weiterhelfen."

Es wird Zeit, genau dies zu tun. Die nächsten Spiele gegen Mainz, Hertha und Schalke nach der Länderspielpause sind von wahnsinnig hoher Bedeutung für die Kölner. Um sich aus der größten Krise seit dem letzten Abstieg zu befreien, benötigt es dringend Punkte. Am besten in dreifacher Form in zumindest zwei der nächsten drei Partien. Schafft der FC den Turnaround?


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