Die Fertighausbranche. Ein Marktbericht.

Es ist nicht nur die subjektive Wahrnehmung, die vermuten lässt, dass Fertighäuser absolut im Trend liegen, es spiegelt sich auch in den Zahlen wieder. 15,7 Prozent mehr Umsatz strich die Fertigteilhaus-Branche im Jahr 2016 ein. In Relation zur Baubranche stieg die Fertigbaubranche überproportional. Experten prophezeien ein Umsatzwachstum von weiteren 6,6 Prozent bis ins Jahr 2020. Dann soll die Fertighausquote über 21 Prozent klettern. Unrealistisch scheint diese Schätzung nicht, stieg doch die Zahl der errichteten Fertighäuser im Jahr 2016 um 9,4 Prozent. Warum gerade die Fertighausbranche explodiert, liegt auch an den Hausaufgaben, die hier gemacht wurden. Eintönig und 0-8-15 sind Fertighäuser mittlerweile längst nicht mehr. Stattdessen haben sich viele Vorteile deutlich verstärkt.

Abbildung 1: Via Kran schweben die einzelnen Teile des Fertighauses herbei. So klappt der Bau des Fertighauses in kürzester Zeit.

Ein Blick in die Markttrends

Wo die Nachfrage hoch ist, lassen sich auch die Anbieter immer wieder etwas Neues einfallen. Im Fertighausbereich gibt es aktuell zwei Verkaufsargumente, die deutlich mehr Kunden anlocken als andere:

  • Fertighäuser inkl. Grundstück erfreuen sich wachsender Beliebtheit und nehmen reißenden Absatz. Der Grund liegt sicherlich mit darin, dass vor allem die Suche nach dem passenden Grundstück heute immer schwieriger zu werden scheint.
  • Reihenhäuser sind aktuell besonders beliebt. Um 12 Prozent hat sich in diesem Bereich die Nachfrage erhöht. Sicherlich kommen Reihenhäuser nicht an den Marktgiganten der Einfamilienhäuser heran (83 Prozent), aber sie sind ein beliebtes Produkt, das den Anbieter von der Masse abhebt.
  • Schlüsselfertiges Bauen liegt im Trend. 35,9 Prozent der Bauvorhaben im Fertighausbereich folgen diesem Angebot und die Tendenz steigt. Stabil bleibt hingegen die Nachfrage nach belagsfertigen Häusern. Ausbauhäuser fallen zwar in der Gunst der Käufer, werden aber nicht gänzlich vom Markt verschwinden. Zu verlockend ist das Angebot, mit kleinerem Portemonnaie weite Teile des Ausbaus selbst zu stemmen. Verbrauchertipp: Da die Definition dieser drei Begrifflichkeiten doch variieren kann, ist es wichtig, die genauen Details einer etwaigen Eigenleistung mit dem Fertighaus-Anbieter zu klären.

Fertighäuser. Vor- und Nachteile im Wandel

Abbildung 2: Einfamilienhäuser liegen im Trend. Mit immer neuen Hausbauvarianten wird das Fertighaus ebenso schick wie ein Massivhaus.

War es noch vor einigen Jahren einfach nur praktisch, dass das Fertighaus so schnell bezugsfertig ist, so hat sich eben dieser Vorteil heute noch einmal deutlich verstärkt. Zeit ist Mangelware und jeder Tag, an dem der Baukredit abzubezahlen ist und die Miete für die Wohnung ebenfalls anfällt, kostet Geld. Deswegen hat sich dieser wohl größte Vorteil des Fertighauses deutlich verstärkt. Einen großen Komfort bietet auch das Komplettpaket an Bauleistungen. Wer ein Haus in Massivbauweise und in Eigenregie errichtet, wird mit einer Vielzahl an Dienstleistern konfrontiert, die kontrolliert, koordiniert und strukturiert werden müssen. Bei der Fertigbauweise gibt es meist einen Ansprechpartner, der das Projekt Fertighaus von A bis Z koordiniert, plant und organisiert. Das spart Zeit und Nerven. Auch dieser Vorteil ist dominanter geworden, denn Zeit und Nerven sind in der heutigen Gesellschaft zu raren Gütern geworden.

Auch der gefährliche und meist teure Faktor X kann bei der Fertighausbauweise schnell vom Tisch gefegt werden. Bauverzögerungen, die bei der Massivbauweise häufig vorkommen können, gibt es beim Bau eines Fertighauses nicht. Die vorgefertigten Teile werden wie ein überdimensionales Puzzle direkt auf dem Grundstück errichtet. Lange Trocknungszeiten oder eine große Abhängigkeit von der Witterung sind nicht gegeben. Das Risiko, dass das Traumhaus rein optisch zum Albtraumhaus wird, ist vergleichsweise gering. Große Parks an Musterhäusern ermöglichen es den potentiellen Kunden, ihr zukünftiges Eigenheim direkt unter die Lupe zu nehmen. Das hilft vor allem denjenigen, die nur über ein geringes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Sie flanieren durch das Musterhaus und können notieren, was sie ebenso wollen, was sie geringfügig ändern möchten und, was sie komplett anders gestalten würden.

Obgleich viele Bauteile einem Standard entsprechen, bedeutet der Bau eines Fertighauses längst nicht mehr das Haus von der Stange im 0-8-15-Stil zu bauen. Die Entwürfe aktueller Fertighäuser sind geprägt von jungen, erfrischenden Elementen, einer Außengestaltung, die den Wow-Effekt mit sich bringt, und ganz unterschiedlichen Design-Varianten. Auch dieser Design-Vorteil verstärkt sich, denn mit den Jahren entstehen noch mehr Fertighaus-Varianten, die für jeden Geschmack das passende Modell parat halten. Auch Modelle, die durch und durch auf den Naturwerkstoff Holz setzen, sind mittlerweile verfügbar.

Die Anschaffung eines Fertighauses ist ein kalkulierbares Projekt. Grundstückspreis plus die Kosten für das Fertighaus (in diesem Fall als All-inklusive-Lösung) plus Kosten für neue Einrichtung ergeben eine Investitionssumme, die festgelegt werden kann und damit auch keine böse finanziellen Überraschungen mehr zulässt. Wer von diesem Gesamt-Kostenfaktor ausgeht und Eigenleistung abzieht, spart sich sogar ein paar Euro, die später beispielsweise in die Gartengestaltung oder in den Aufbau einer Smart Home Installation fließen können.

Abbildung 3: Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenleistung die Kosten senken.

Dieser langen Liste an Vorteilen steht eine vergleichsweise überschaubare Liste an Nachteilen gegenüber.

  • Die Lebensdauer wird geringer eingeschätzt als bei einem Massivhaus.

  • Der Wiederverkaufswert ist geringer als bei der Massivhausbauweise.

  • Ein Darlehen wird tendenziell eher für die Finanzierung eines Massivhauses erteilt.
     


Abbildung 1: pixabay.com © 2211438 (Creative Commons CC0)

Abbildung 2: pixabay.com © hschmider (Creative Commons CC0)

Abbildung 3: pixabay.com © jarmoluk (Creative Commons CC0)


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