Der steinige Weg zum Studium

Der Countdown läuft. Für viele künftige Abiturienten beginnen in wenigen Wochen Abiturprüfungen. Zwischen dem 30. April und dem 10. Mai stehen die schriftlichen Prüfungen an. Die mündlichen Prüfungen finden zwischen dem 1. und dem 9. Juli statt. Wohin die Absolventen der Weg danach führt, wissen viele, aber nicht alle. Zwar gilt das Abitur eigentlich als Eintrittskarte an die Universität, doch nicht jeder Abiturient findet sich in einem wissenschaftlichen Studium wieder. Einige zieht es auch in die Praxis oder sie suchen nach einer Kombi-Lösung wie etwa dem Dualen Studium.

Wer den ganz klassischen Weg einschlagen möchte – also direkt mit dem Abitur in Händen zur Uni marschieren will – ist in Deutschland in guter Gesellschaft. Über 2,8 Millionen Studenten gab es im Jahr 2017. Das bedeutet jedoch auch, dass der Weg zum Studium nicht immer so einfach ist, wie sich das so mancher Abiturient vorstellt. Die Voraussetzungshürden sind hoch, die Studienplätze in beliebten und außergewöhnlichen Fachbereichen sind rar. Mit welchen Tipps interessierte Studenten dennoch einen Studienplatz ergattern können, verrät dieser Beitrag.

Abbildung 1: Die Mehrheit der Abiturienten nimmt nach dem bestandenen Abitur Kurs auf eine Hochschule. Dort stehen nicht allen Interessierten die Türen offen, denn häufig gibt es Studienvoraussetzungen oder gar Zulassungsbeschränkungen, die den Traum vom Studium schnell zunichte machen könnten.

Der deutsche Hochschulmarkt. Mit 2,8 Millionen Studenten an 429 Hochschulen

Im Jahr 2017 belief sich die Zahl der in Deutschland Studierenden auf über 2,8 Millionen Menschen. Dass sich diese Zahl seit Jahrzehnten im Steigflug befindet, zeigt ein Blick auf die Vergleichszahlen. Im Jahr 2007, also zehn Jahre früher, belief sich die Zahl der Studenten noch auf 1,9 Millionen. Im Jahr 1997 dokumentierte das Statistische Bundesamtes 1,8 Millionen Studenten. Im Jahr 1987 waren es 1,4 Millionen Studenten und im Jahr 1977 lag diese Zahl mit rund 906.000 Studenten sogar noch unter einer Million.

Im Studienjahr 2017/2018 musste alle Interessierten Platz finden an insgesamt 429 Hochschulen. Zuletzt stand die Uni Hohenheim im Fokus aufgrund eines massenhaften Prüfungsabbruchs in einer Prüfung der Wirtschaftswissenschaften. Doch zurück zur Statistik: Den Hauptanteil der Hochschulen machen Fachhochschulen (218) aus. Universitäten liegen auf Platz 2 (106 Einrichtungen). Kunsthochschulen, Verwaltungsfachhochschulen, theologische und pädagogische Hochschulen ergänzen das Angebot an Hochschulen, das sich interessierten Studenten bietet.

Der Mammutteil der Interessierten entschied sich 2017/2018 für ein Studium der Sozial-, Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften (1.048.789 Studenten). In der Beliebtheitsskala dahinter liegen die Ingenieurwissenschaften (769.085 Studenten), Geisteswissenschaften (341.642 Studenten) und Mathematik und Naturwissenschaften (318.675 Studenten). Die Wenigsten studieren Sport (28.199 Studenten).

Hilfreiche Tipps auf dem Weg zum Studienplatz

Der Weg zum Studienplatz ist eigentlich in weiten Teilen bereits vorformuliert, allerdings gibt es auf eben diesem vermeintlich klaren Weg auch einige Hürden, die es zu nehmen gilt. Dieser Weg führt Studenten an die Hochschule:

1.)Die Bewerbung

Die Bewerbung um einen Studienplatz ist weitaus umfangreicher als die Bewerbung um einen Job. Grundsätzlich wird unterschieden in sogenannte zulassungsbeschränkte Studiengänge und in zulassungsfreie Studiengänge. In der Praxis werden besonders beliebte Studiengänge oder solche Fächer, für die nicht unbegrenzt Dozenten verfügbar sind, mit einem NC, dem sogenannten Numerus Clausus, zulassungsbeschränkt. Das heißt, dass die Abiturnote einen wesentlichen Einfluss auf die Vergabe des Studienplatzes hat. Die Bewerbungsfristen liegen für das Sommersemester Mitte Januar und für das Wintersemester Mitte Juli. Alle Informationen zu zulassungsbeschränkten Studiengängen hält die Stiftung für Hochschulzulassung online vor. Wer sich für einen zulassungsfreien Studiengang einschreiben will, muss sich in aller Regel lediglich an der Hochschule einschreiben, die eben diesen Studiengang anbietet. Wichtig ist, die Voraussetzungen und Einschränkungen zu kennen und zu erfüllen.

2.)Die Einschreibung

Wer einen heiß begehrten Studienplatz in einem zulassungsbeschränkten Studiengang bekommen hat, wird ebenso freudig zur Einschreibung marschieren wie diejenigen, die ihren Wunsch-Studiengang ohne NC-Zulassung endlich aufnehmen können. Um sich einschreiben zu können, ist es wichtig, die sogenannte Hochschulzugangsberechtigung vorzulegen. Auch Ausweis, etwaige Eignungstests sowie Zulassungsbescheide gehören in die Mappe, die mit zur Einschreibung muss.

Die Alternativroute: Was tun ohne Studienplatz?

Wer keinen Studienplatz ergattern konnte, darf sich natürlich zunächst einmal ärgern. Allerdings muss dann ehrlichweise auch die Rüge ans eigene Verantwortungsbewusstsein folgen, denn mit Blick auf die Vielzahl an Studenten, die auf einen Studienplatz hoffen, ist es nur sinnvoll, direkt mehrere Studienvarianten in Betracht zu ziehen (und dafür auch Bewerbungen einzureichen).

In der Praxis bedeutet für jene mit Absage und ohne Plan B, dass sie sich an einer eher kleineren Hochschule einschreiben, um zumindest von den Vergünstigungen des Studentenlebens profitieren zu können. Darunter fallen der Studentenausweis, das Semesterticket sowie die Weiterbezahlung des Kindergeldes. Wer dann die Bewerbung für die nächste Runde bereits initiiert (inkl. Plan B) sollte im nächsten Semester Glück haben mit einem Studienplatz. Die Zwischenzeit eignet sich zum Reisen oder Jobben oder zu beidem.

Wer hingegen alle Hebel in Bewegung setzen möchte, um dennoch nachträglich eine Zulassung zu erwirken, wird hierfür eine sogenannte Studienplatzklage einreichen. Dahinter verbirgt sich ein Antrag beim Verwaltungsgericht, der beinhaltet, einen Studienplatz außerhalb der Kapazitätsgrenzen zugeteilt zu bekommen. Was dann folgen kann, ist ein behördliches Verfahren, ein gerichtliches Verfahren oder gar die Strategie, als Quereinsteiger zum Studienplatz zu gelangen.


Quelle: Abbildung 1: pixabay.com © Alexas_Fotos (CC0 Public Domain)


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