Cannabidiol, auch als CBD bekannt, ist allerorts in jeglichem Munde. Das Mittel wird häufig als das Gesundheitswunder bezeichnet und soll quasi bei allen möglichen Unpässlichkeiten, Krankheiten und Problemen helfen. Aber was stimmt davon? Ist es wirklich so vielseitig und ist Hanf tatsächlich diese Gesundheitspflanze, wie es so oft heißt? Oder findet auch CBD in etlichen Erkrankungen sein Schaffensende? Dieser Artikel schaut sich das Ganze einmal an.

Abbildung 1: Es gibt immer wieder Gesundheitstrends - was ist von CBD zu halten?

Wie wirkt CBD?

Die absolute Wirkung von CBD ist noch nicht völlig erforscht. Das liegt nicht daran, dass Hanf erst kürzlich als Heilpflanze entdeckt wurde, sondern daran, dass sich die Forschung erst seit wenigen Jahren mit den Wirkungsweisen befasst, die nicht in das Studienthema Marihuana fallen. Sicher ist:

  • Zweifache Wirkung – Cannabidiol kann an zwei verschiedenen Rezeptoren in zwei Körperregionen andocken. Die wichtigste Wirkung findet im Gehirn statt, doch gibt es hier einen deutlichen Unterschied zum typischen Marihuana. CDB ist nicht psychoaktiv, hat also keine Eigenschaften, die allgemein mit dem Rauschzustand in Verbindung stehen. Dennoch dockt es auf verschiedenen Rezeptoren im Hirn an und kann somit entzündungshemmend, schmerzlindernd, beruhigend, aber auch einschläfernd wirken. Zusätzlich dockt es an Rezeptoren in der Magen-Darm-Region an. Diese doppelte Wirkungsweise bewirkt auch, dass Cannabidiol auf solch unterschiedlichen Weisen eingesetzt wird.
     
  • Wirkung nach Missstimmung – diese Wirkungsweise nicht noch nicht genau geklärt, doch scheint es, als würde CBD tatsächlich stets so wirken, wie es benötigt wird. Werden einfache Schmerztabletten für Kopfschmerzen eingenommen, wird er Schmerzreiz stillgelegt, CBD geht aber einen Schritt weiter. Es löst mitunter die Gründe für Kopfschmerzen, beispielsweise Anspannung.
     
  • Keine Suchtgefahr – das wichtigste Kriterium für Cannabidiol ist, dass es keinerlei süchtigmachende Stoffe enthält und auch nicht die Gewohnheit fördert. Daher eignet es sich durchaus als dauerhaftes Schmerzmedikament oder Schlafhilfe. Da keine Gewöhnung eintritt, muss die Dosis auch nicht dauerhaft erhöht werden.

Dennoch ist CBD kein Wundermittel, wie noch erklärt wird.

Was ist Cannabidiol genau?

CBD besteht aus einer Form der Hanfpflanze. Hanf kann nicht nur verschieden genutzt werden, die Pflanzen unterscheiden sich auch voneinander. Der wichtigste Unterschied ist, dass nicht alle Pflanzen THC enthalten und somit psychoaktiv wirken. Die Hanfpflanzen, aus denen Cannabidiol gewonnen wird, beinhalten kaum oder gar kein THC und fallen somit auch nicht unter die Drogen. Das CBD wird in einem recht komplizierten Prozess aus der Pflanze herausgelöst und verschieden verarbeitet, wodurch es mehrere Formen der Einnahme gibt:

  • Öl – das CDB-Öl wird einfach unter die Zunge geträufelt, mit etwas Wasser geschluckt oder mit etwas Brot oder Zucker eingenommen. Das Öl ist sehr bitter, weshalb Anwender gerne nach angenehmeren Wegen suchen, es einzunehmen. Im besten Fall wird es tatsächlich unter die Zunge geträufelt und verbleibt dort für einige Minuten. Über die Schleimhäute kann es so bestens aufgenommen werden.
     
  • Kapseln – diese Einnahmeform ist für alle ideal, die das Öl selbst nicht schlucken können. In den Kapseln befindet sich nun die Öl-Dosis, die einfach geschluckt werden kann. Da im Magen zuerst die Kapseln aufgelöst werden müssen, dauert der Wirkungseintritt ein wenig länger.
     
  • Verdampfen – es gibt CBD-Öl auch in der zu dampfenden Variante. Hierbei wird das Öl direkt auf einen E-Zigarettenverdampfer gegeben und inhaliert. Auch hier wirkt das Mittel über die Schleimhäute. Diese Variante ist für diejenigen perfekt, die aufgrund von Schmerzleiden häufiger täglich ein Mittel nehmen müssen.

Zudem gibt es CDB in Form von Badezusätzen, Cremes oder Lotionen, wobei hier die Wirkung eher äußerlich anzusiedeln ist.

Wann kann eine CBD-Therapie sinnvoll sein?

Zuerst muss gesagt werden, dass CBD bei vielen Krankheiten nicht die eigentliche Medikation und Behandlung ersetzt. Dennoch kann es – nach Rücksprache mit dem Arzt – begleitend eingesetzt werden:

  • Krebs – Krebspatienten leiden im Rahmen der Chemotherapie häufig unter Schmerzen, Übelkeit und einem geschwächten Immunsystem. Nach Rücksprache ist es möglich, diese Nebenwirkungen mit CBD zu behandeln. Das eigentliche Krebsleiden kann hingegen nicht durch Cannabidiol behandelt werden.
     
  • Chronische Schmerzen – bei Rheuma, Arthrose oder anderen chronischen Schmerzleiden bietet sich eine zusätzliche Behandlung mit CBD als Schmerzmittel an. Da das Mittel nicht allein schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend wirkt, dient es gerade bei Arthrose einer echten Linderung.
     
  • Übelkeit/Appetitverlust – auch hierbei kann es helfen. Wichtig ist nur, dass CBD nun nicht dauerhaft ohne Abklärung der Ursache eingesetzt wird.
     
  • Epilepsie – neuere Forschungen ergeben, dass die Wirkstoffe im Cannabidiol positiv auf das Hirn wirken und epileptische Anfälle verhindern oder verringern können. An dieser Stelle ist jedoch ganz wichtig, zuerst mit dem Arzt zu sprechen und keinesfalls eigenmächtig die Medikation zu ändern.
     
  • Stress/Angst/Schlaf – wer unter Stress leidet, Angstattacken hat und schlecht schlafen kann, könnte durch CBD ein Hilfsmittel finden. Dauerhaft sollte das Mittel dennoch nicht angewandt werden. Zwar macht es nicht süchtig, doch sollten bei echten Schlaf- und Panikstörungen die Ursachen gefunden und therapiert werden.
     
  • Depression – Cannabidiol kann die Stimmung anheben und somit Depressionen verbessern. Dies geschieht aber möglichst begleitend zu einer herkömmlichen Therapie, da auch in diesem Bereich die Ursache behoben werden muss.

Neben ärztlichen Rücksprachen ist es gerade im psychischen Bereich wichtig, nicht eigenmächtig zu handeln. CBD ist beispielsweise nicht angebracht, wenn der Patient manisch-depressiv ist oder unter der Borderline-Störung leidet. Da in beiden Fällen die Stimmung extrem schnell schwanken kann und die Phasen extrem eng beieinander liegen, ist gerade die Eigenmedikation sehr gefährlich und kann zu Rückfällen oder manischen Phasen führen.

Abbildung 2: CBD setzt sich ganz klar vom bekannten Rauschhanf ab.

Fazit - Hilfsmittel, kein Allheilmittel

Cannabidiol besitzt viele Vorzüge und eignet sich zur Behandlung etlicher Erkrankungen und Beschwerden. Dennoch darf es nicht als das absolute Wundermittel angesehen werden, welches andere Medikamente überflüssig macht. Hin und wieder werden Mittel wie CBD insbesondere in der Krebstherapie als natürliches Heilmittel dargestellt, obwohl sie es nicht sind. Fakt ist, dass Cannabidiol die Nebenwirkung der eigentlichen Krebsbehandlung abschwächen oder gar stoppen kann. Es ist jedoch nicht dazu geeignet, den Krebs selbst zu behandeln. Wichtig ist immer, beim Vorliegen einer Erkrankung mit dem eigenen Arzt zu sprechen und nicht eigenmächtig die üblichen Medikamente abzusetzen.


Bildquellen: Abbildung 1: @ quimono (CC0-Lizenz) / pixabay.com, Abbildung 2: @ chrisbeez (CC0-Lizenz)/ pixabay.com


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