Blockchain, Wallets und Co.: So funktioniert Bitcoin

 

Lag der Wert des Bitcoin zu Beginn des Jahres 2017 noch bei 1.000 US Dollar, so wurde im Dezember desselben Jahres der bis heute (Stand: Juni 2019) nicht nochmals erreichte Wert von knapp 20.000 US Dollar erzielt. Berücksichtigt man den Umstand, dass der Bitcoin, den es erst seit 2009 gibt, 2011 noch bei rund 1 US Dollar lag, so handelt es sich hier um eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Vor allem auch dann, wenn man einen Blick auf die Entwicklung der Aktie von Apple, dem teuersten Unternehmen der Welt, wirft. Seit dem Börsengang, der 1980 erfolgte, ist der Wert des Papiers um „nur“ das Vierhundertfache gewachsen - inklusive Dividenden.

Ergänzung oder Alternative zum Finanzsystem?

Bitcoin setzt sich aus den Begriffen „Bit“, also der kleinsten digitalen Einheit“, sowie dem Wort „Coin“, die englische Bezeichnung für „Münze“, zusammen. Erfunden wurde die Kryptowährung von Satoshi Nakamoto, wobei bis heute noch nicht geklärt ist, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt.

Vom Bitcoin gibt es keine Münzen und auch keine Scheine. Aufgrund der Tatsache, dass es eine Kryptowährung ist, existiert der Bitcoin nur virtuell. Der Bitcoin mag zwar immer wieder mit Gold verglichen werden, jedoch darf man an  dieser Stelle aber nicht vergessen, dass sich hinter der digitalen Währung aber kein realer Wert befindet. Die neuen Coins werden direkt von den Nutzern erstellt, die dafür mathematische Aufgaben erfüllen müssen. In diesem Fall spricht man vom sogenannten Mining - im deutschsprachigen Raum wird der Prozess als Schürfen bezeichnet. Die Zahlungen wie auch die Guthaben werden im dezentralen Netzwerk, der Blockchain, verwaltet.

Bei der Blockchain handelt es sich um ein Buchungssystem, das jederzeit einsehbar ist. Jede Transaktion, die bestätigt wurde, wird sodann in dieser Datenbank gespeichert. Somit können die Kontostände der Bitcoin-Wallets, der digitalen Portemonnaies, berechnet werden; zudem sind Manipulationen unmöglich. Die Sicherstellung der chronologischen Reihenfolge wie Integrität erfolgt durch die Kryptographie. Wer Bitcoins kaufen möchte braucht dazu einen Exchange, bei dem Fiat-Geld in Coins getauscht werden kann.

Der Kurszuwachs hat natürlich auch zahlreiche Nachahmer angelockt. Aktuell gibt es über 1.000 Kryptowährungen. Der Bitcoin ist aber nicht nur die Mutter aller Kryptowährungen, sondern auch, wenn man auf die Marktkapitalisierung blickt, der unangefochtene Marktführer. Anfang Juni lag die Marktkapitalisierung bei 141 Milliarden US Dollar - die Marktkapitalisierung von Ethereum, auf Platz 2 im Ranking der Top 100-Kryptowährungen, liegt bei gerade einmal 26 Milliarden US Dollar.

Keine klassische Währung

Ist der Bitcoin eine Währung im klassischen Sinn? Nein. Schlussendlich sollte sich eine Währung immer zur Wertübertragung eignen - das ist aber beim Bitcoin, weil starke Kursbewegungen zum Alltag gehören, kaum möglich. Würde man etwa sein monatliches Gehalt in der Kryptowährung ausbezahlt bekommen, könnte man im Mai die Miete bezahlen, im Juni eventuell ein Haus kaufen und im August vielleicht nicht einmal die Handy-Rechnung bezahlen.

Auch wenn das Beispiel überspitzt sein mag, so sind die Schwankungen derart stark, dass wohl keine Privatperson das Risiko eingehen würde, das Gehalt in Bitcoin beziehen zu wollen; des Weiteren ist es, wenn man mit einem Kursanstieg der Kryptowährung spekuliert, auch nicht ratsam, sein gesamtes Erspartes in die digitale Währung zu stecken.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) sowie die Bundesbank haben ebenfalls schon davor gewarnt, Geld in den Bitcoin zu investieren. Die Gefahr, dass man Geld verliert, ist relativ hoch.

Befasst man sich jedoch mit den neuesten Prognosen, so ist es durchaus nachvollziehbar, warum sich wieder mehr Menschen für Kryptowährungen, besonders den Bitcoin, interessieren. Viele Marktbeobachter sind der Meinung, der Bitcoin wird demnächst sein Allzeithoch, das Ende 2017 aufgestellt wurde, übertreffen - es gibt Prognosen, die den Bitcoin bereits im Bereich der 50.000 US Dollar sehen.

Ist der Krypto-Winter also endlich vorüber? Ja. Beobachtet man den seit Anfang des Jahres erfolgten Kursverlauf, so wird man relativ schnell zu dem Ergebnis kommen, dass fast alle Kryptowährungen einen ordentlichen Gewinn verbuchen konnten. Lag der Bitcoin noch im Januar bei 3.500 US Dollar, so kratzte die Kryptowährung im Mai bereits an der 9.000 US Dollar-Grenze.


Bilder:
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