Beikost fürs Baby: So schmeckt es auch vom Löffel

Die Beikost mit allen Sinnen erleben.

Ernährung ist ein wichtiges Thema für Babys und Kleinkinder. Die richtigen Nährstoffe bieten eine wertvolle Unterstützung für Wachstum und Entwicklung. In den ersten Lebensmonaten ist der Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen noch nicht ausreichend ausgereift, um allzu vielfältige und vor allem festere Nahrungsbestandteile aufnehmen und verwerten zu können. Den Start ins Leben ebnen deshalb Muttermilch oder eine spezielle Ersatznahrung aus kontrollierter Herstellung. Früher oder später reichen die Nährstoffe, die in der Milch enthalten sind, aber nicht mehr aus, um den kleinen Entdecker ausreichend zu sättigen. Dann ist es Zeit für die erste Beikost. Für die Familie beginnt damit eine spannende Zeit, denn mit der Einführung der Breinahrung erweitert sich der Speiseplan des Babys und damit auch die Möglichkeiten für gemeinsame Mahlzeiten am Familientisch. Damit es auch mit dem Löffel gleich von Anfang an gut klappt, sollten Eltern ein paar grundlegende Tipps beherzigen. 

Wenn Milch allein nicht mehr satt macht
Muttermilch ist ein hervorragender Begleiter für Babys erste Schritte ins Leben. Ihre Zusammensetzung ist ideal auf die Bedürfnisse des kleinen Organismus abgestimmt und liefert alles, was für ein gutes Wachstum und eine gesunde Entwicklung notwendig ist. Auch die industriell hergestellten Ersatzprodukte, die mit dem Fläschchen gefüttert werden, sind eine ausgezeichnete Grundlage für den Start ins Leben. Ungefähr mit dem fünften bis siebten Lebensmonat stellen Eltern aber zunehmend fest, dass ihr Baby von der Milchnahrung nicht mehr ausreichend satt wird. Der Körper hat sich weiter entwickelt und benötigt zusätzliche Nährstoffe und Kalorien, die die flüssige Kost allein nicht mehr liefern kann. 
Dann sollte der erste Brei auf dem Speiseplan stehen. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mit der Beikost zu beginnen, hängt von den individuellen Bedürfnissen des Babys ab. Manche Kinder sind schon mit vier Monaten bereit für den Löffel, andere werden ein halbes Jahr und älter, bevor sie Interesse an einer erweiterten Kost zeigen. Eltern sollten hier auf ihr Bauchgefühl hören und im Zweifelsfall mit dem behandelnden Kinderarzt oder einer Hebamme Rücksprache halten. Ein guter Leitfaden ist auch der Beikostplan, den die Ernährungswissenschaftlerin Claudia Thienel gemeinsam mit dem Magazin Baby und Familie zusammengestellt hat.


Auf den Löffel, fertig, los: Die Beikost einführen


Die ersten Versuche mit dem Löffel sind für Eltern und Kinder ein gleichermaßen spannendes Thema. Das Baby entdeckt eine völlig neue Geschmacksvielfalt und lernt, sich auf andere Art und Weise zu ernähren. Für Stillkinder bedeutet dies nach und nach den Abschied von der vertrauten Brust. Eltern sollten darauf achten, dass sie ihrem Baby mit der Einführung der Beikost außerhalb der Mahlzeiten viele Streicheleinheiten zukommen lassen, denn das Stillen und auch die Fütterung von Fläschchennahrung ist eine sehr innige Zeit, die mit engem Körperkontakt verbunden ist. Kommt der Löffel ins Spiel, geht ein Teil dieser Zärtlichkeit verloren und sollte an anderer Stelle nachgeholt werden. Der Babyausstatter Babywalz empfiehlt außerdem, die ersten Beikostversuche am Familientisch zu wagen, um die Vorliebe des Babys für Nachahmung zu nutzen. 
Mit der Beikost wird die Ernährung des Babys nicht von einem auf den anderen Tag vollständig auf festere Kost umgestellt. Die Anpassung erfolgt in kleinen Schritten. Die meisten Eltern wagen die ersten Versuche mit einem leichten Gemüsebrei, der als Mittagsmahlzeit angeboten wird. Einigen Babys fällt die Umstellung aber leichter, wenn die erste Beikost aus einem Abendbrei auf Milchbasis besteht, weil er geschmacklich der bisherigen Kost ähnlicher ist. Der Beginn mit einem Milchbrei als Abendmahlzeit hat außerdem den Vorteil, dass Babys vor dem Schlafengehen gut gesättigt sind und dadurch auch in der Nacht länger durchhalten. Viele Familien stellen fest, dass ihr Baby mit der Einführung des Abendbreis besser durchschläft. Es gibt allerdings auch Babys, die mit der ungewohnten Kost zunächst nicht so gut zurechtkommen und deshalb unruhiger werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, mit einer früheren Mahlzeit des Tages zu beginnen. Womit der erste Schritt in die Beikost getan wird, sollte aber eine individuelle Entscheidung sein, die Eltern und Baby gemeinsam treffen. Mut zum Ausprobieren und viel Geduld sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Einführung der Beikost. 
 

Da Babys vor allem spielerisch lernen, ist es wichtig, dass sie die Beikost mit allen Sinnen erfahren dürfen. Dazu gehört vor allem, den Löffel und seine Beschaffenheit zunächst einmal nach Herzenslust erkunden zu dürfen. Um den Übergang zu erleichtern, können Eltern ihrem Baby den Löffel zum Beispiel schon im Vorfeld zum Spielen und Entdecken überlassen. Da Babys ihre Welt in den ersten Monaten vor allem mit dem Mund entdecken, findet das neue Spielzeug dadurch automatisch seinen neuen Bestimmungsort. Auch die Nahrung selbst sollten Babys mit allen Sinnen erfahren dürfen. Babybrei hat eine ganz eigene Konsistenz, die kleine Feinschmecker erst einmal begreifen möchten. Für Eltern bedeutet das: Viel Geduld aufbringen und sich auf jede Menge Geklecker vorbereiten.

Hat das Baby die erste Mahlzeit gut angenommen, dürfen nach und nach auch andere Tagesmahlzeiten auf die festere Beikost umgestellt werden. Spätestens mit einem Jahr haben die meisten Babys ihre Ernährung vollständig auf festere Nahrung umgestellt. Dies ist allerdings auch nur ein Richtwert. Sollte die Milchnahrung die Familie zu einzelnen Mahlzeiten auch darüber hinaus noch begleiten, ist dies vollkommen in Ordnung, solange das Baby ausreichend satt wird.

Was kommt auf den Löffel?

Mit der Einführung der Beikost eröffnet sich dem Baby eine völlig neue Welt. Die Geschmackserlebnisse bieten zusätzliche Reize, die die meisten Babys sichtlich genießen. Als kleine Entdecker sind sie an jedem neuen Geschmack interessiert und probieren gerne etwas Neues aus. Deshalb sollte die Beikost nach einer ersten vorsichtigen Annäherung möglichst abwechslungsreich gestaltet werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt auf Basis der Angaben des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) die folgende Reihenfolge für die Einführung der Beikost:

  • Zwischen dem 5. und 7. Monat als erster Brei ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
  • Zwischen dem 6. und 8. Monat ein Milch-Getreide-Brei
  • Zwischen dem 7. und 9. Monat ein Getreide-Obst-Brei

Kleine Feinschmecker lieben die Abwechslung.

Wichtig ist dabei, dass das Baby die verschiedenen Geschmacksrichtungen seiner Nahrung in möglichst ursprünglicher Form ausprobieren sollte. Das Essen darf deshalb nicht stark gewürzt sein. Industriell zugeführte Aromen, zu viel Salz oder künstliche Süße verderben den Geschmackssinn des Babys, das als echter Feinschmecker auf die Welt kommt. Die neuen Geschmäcker sollten allerdings nicht alle auf einmal eingeführt werden. Hier lautet die Faustregel:

Pro Woche ein neues Lebensmittel einführen.

So hat das Baby genügend Zeit, um sich auf einen neuen Geschmack einzustellen und für sich selbst herauszufinden, ob er ihm zusagt oder nicht. Denn auch Babys haben bereits ihren ganz eigenen Geschmack, der sich mit der Zeit verfeinert. Trotzdem sollten Eltern nicht zu früh aufgeben, wenn ihr Baby eine neue Geschmacksrichtung zunächst ablehnt. Manche Lebensmittel müssen bis zu 30 mal angeboten werden, bis sich schließlich doch auf Zustimmung treffen. Vor allem bei der Umstellung auf Beikost dürfen Eltern aber ruhig auf Breisorten setzen, die ihrem Baby von Anfang an zusagen. So gelingt der Übergang leichter und das Baby hat viel Freude am Essen.


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