Bald mehr Fahrräder und Fußgänger?

Bald mehr Fahrräder und Fußgänger?
Warum Autos Umfragen zufolge für Stuttgarter unwichtiger werden

Bei einer großen Metropole wie Stuttgart liegt die Vermutung nahe, dass das Auto das Verkehrsmittel Nummer eins ist. Eine aktuelle Studie kommt zu einem anderen Schluss: Sie sieht das Auto zwar nach wie vor als das wichtigste Verkehrsmittel an. Doch nutzen viele Menschen den Pkw ausschließlich aufgrund von fehlenden oder mangelhaften Alternativen.

Stau-Studien zeigen: Auto ist nach wie vor als wichtigstes Verkehrsmittel anzusehen

Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Metropole Stuttgart in den kommenden Jahren zur ökologischen Fahrradstadt entwickelt. Zu häufig steigen die Stuttgarter dafür lieber ins Auto, anstatt zu Fuß zu gehen oder sich auf dem Rad fortzubewegen. Diese Tatsache untermauern die von der IHK Stuttgart veröffentlichten regionalen Verkehrsstudien. Wie die Auswertungen ergeben, ist das Stuttgarter Verkehrsnetz an vielen Stellen überlastet.

Während des Berufsverkehrs ist die Auslastung besonders hoch, was mitunter eine durchschnittliche Geschwindigkeit von nur 29 Stundenkilometern zur Folge hat. Die größten Staubrennpunkte verzeichnet die IHK auf der A8 auf der Nord-Süd-Straße sowie stadteinwärts auf der Geißeichstraße. Zudem sind die Bundesstraßen 10 und 27 und das Dreieck Neckarpark regelmäßig von Staus und Verkehrschaos betroffen. Als Ursachen des Verkehrsstaus sieht die IHK vordergründig die folgenden Aspekte an:

• Im Straßennetz lauern einige Gefahrenstellen, die das Unfallrisiko erhöhen. Durch mangelhafte Beschilderung und Markierungen sind zahlreiche Auffahrunfälle oder Unglücke bei Spurwechseln zu beobachten. Als Folge dessen stehen die herankommenden Autofahrer über Minuten oder gar Stunden im Stau.

Technische Defekte am Fahrzeug sind ebenfalls für den verlangsamten Verkehrsfluss in Stuttgart verantwortlich. Besonders problematisch ist ein Motorschaden. Er äußert sich in Gestalt eines leistungsschwächeren Motors, einer unregelmäßigen Drehzahl oder unüblichen Vibrationen und Klappergeräuschen. Im Stau werden mitunter auch andere Verkehrsteilnehmer auf den defekten Motor aufmerksam. Spätestens, wenn blauer Qualm aus dem Auspuff kommt oder Kühlwasser austritt, ist schnelles Handeln erforderlich. Autofahrer in Stuttgart sollten sich in solch einem Fall rasch aus dem Stau lösen. Anstatt das Fahrzeug weiterzufahren, sollten sie dem kompetenten Service der Online-Meisterwerkstatt caroobi vertrauen. Mithilfe der Experten findet der geschädigte Autofahrer in Stuttgart eine Partnerwerkstatt, die den dringend notwendigen Motorwechsel vornimmt.

• Autofahrer haben durch folgenschwere Kapazitätsengpässe große Probleme dabei, aus der Stadt heraus zu fahren. Hier sieht die IHK zunehmend die Politik in der Pflicht. Ohne den nachhaltigen Ausbau der Infrastruktur gibt es kaum konfliktfreie und autofahrerfreundliche Lösungen.

• Der Stau entsteht im Stuttgarter Raum oftmals dadurch, dass die Autofahrer die stauanfälligen Straßen meiden. Obwohl sie aus guter Absicht heraus weniger stark frequentierte Strecken anfahren, verursachen sie auf diese Weise zusätzliche Staus. Dies trifft beispielsweise auf die Ortsdurchfahrten Möhringen oder Vaihingen zu. Die Fahrer gehen davon aus, den Stau auf diesen Strecken zu umfahren. Stattdessen entwickeln sich mit diesen „Ausweichrouten“ zusätzliche Brennpunkte, da eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern darauf ausweicht.

Durchschnittlich 12 Unfälle gibt es täglich auf den Autobahnen im Stuttgarter Raum zu beklagen. Für viele Autofahrer ein Grund, aufs schnelle Fahren zu verzichten und mit erhöhter Vorsicht zu fahren.

 

Viele Stuttgarter sehen keine Alternative zum Auto

Das Institut Kantar TNS wollte genau wissen, welche Rolle das Auto im Stuttgarter Verkehrsleben innehat. Sie befragte zu diesem Zweck mehr als 500 Stuttgarter und Einwohner im Stuttgarter Raum. Rund 61 Prozent der Befragten sehen das Auto nach wie vor als wichtiges Fortbewegungsmittel an. Doch viele der Teilnehmer nutzen den Pkw nur, weil sie nicht anders können. Als bessere Alternative sahen 38 Prozent der Befragten die öffentlichen Nahverkehrsmittel an. Ein Trend zum autofreien Fahren ist vor allem bei der jungen Generation feststellbar. So nutzen aktuell bereits 40 Prozent der unter 40-jährigen anstelle des Autos den ÖPNV. In Stuttgart selbst ist der Trend zu Bus und Bahn noch stärker ausgeprägt als im Umland.

Fahrräder sehen die Stuttgarter eher weniger als Alternative zum Auto an

Anders als oft vermutet wird, stehen die Fahrräder bei den Stuttgartern nicht so hoch im Kurs. So nutzt nur jeder zehnte Stuttgarter das Rad, um innerhalb der Stadt von A nach B zu gelangen. Insgesamt ist die Lücke zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand beim Thema Fahrrad relativ klein. Selbst wenn alle Bedingungen optimal wären, würden sich lediglich 18 Prozent der befragten Stuttgarter dauerhaft für das Fahrrad entscheiden

Die Städte Münster und Bremen sind in Deutschland ungeschlagene Fahrrad-Hochburgen. Die Stuttgarter landen hingegen nur auf dem zwölften Rang.

 

Ergebnisse legen einen Verkehrsauftrag an die Kommunen nahe

Für die Wahl des Wohnorts spielt eine gut ausgebaute Infrastruktur eine entscheidende Rolle. Für die Stuttgarter gehören die Anbindung an die Schnellstraßen sowie ein gut ausgebautes Verkehrsnetz zu den wichtigsten Kriterien. Noch stärker in den öffentlichen Personennahverkehr zu investieren, bleibt also eine wichtige Hauptaufgabe für die Stadt Stuttgart. Einen Grundstein dafür legt der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) mit seinen Ausflugs- und Veranstaltungsangeboten. Der Verkehrsverbund richtet sich mit seinem Angebot an die Menschen, die das Auto stehen lassen möchten. Es soll die öffentlichen Verkehrsmittel in den Nebenverkehrszeiten für die Stuttgarter Bevölkerung attraktiver machen.

Das Projekt „Freizeit ohne Auto“ gestattet es den Suchenden, interessante Ausflüge und Veranstaltungen in der nahen Umgebung zu finden. Unterschiedliche Kategorien ermöglichen es, eine Vorauswahl zu treffen. So können sich die Ausflugsfreudigen zwischen Naturausflügen, Reisezielen mit Kindern oder beliebten Zielen entscheiden. Die Nutzer profitieren vom Planer, da er das „zeitliche Budget“ berücksichtigt. So lässt sich vorab festlegen, welche maximale Entfernung das Ausflugsziel haben soll.

Persönliche Einbußen sind für die Einwohner Stuttgarts nicht akzeptabel

Egal, für welches Verkehrsmittel sich die Stuttgarter am Ende entscheiden. Das Letzte, was sie wollen, ist persönliche Einbußen in Kauf zu nehmen. Wenngleich es einige Verbote am Steuer gibt, ist ein allgemeines Fahrverbot für die meisten Stuttgarter nicht akzeptabel. Die Mehrheit der Bürger spricht sich entschieden gegen ein Fahrverbot in der Stadt aus. Die Befragten sehen sich ebenso wenig bereit, eine wie in Berlin diskutierte City-Maut hinzunehmen. Auch die Perspektive, für den öffentlichen Nahverkehr höhere Preise zu zahlen, stößt auf wenig Gegenliebe. Fest steht, dass für Stuttgart in puncto Infrastruktur viel zu tun bleibt. Beginnend damit, die Staubrennpunkte zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr schrittweise zu optimieren.

Pendler aus Richtung Heilbronn profitieren durch die Tarifreform vom günstigen ÖPNV-Ticketpreis in Stuttgart.

 

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