Auf Sendung: Facebook Live-Videos werden immer beliebter

„Facebook wird zum neuen CNN“ stellte unlängst eine Zeitung aus der Schweiz fest. Und tatsächlich: Wenn es darum geht ganz vorne mit dabei zu sein, kommt man um Facebook beinahe nicht mehr herum. Immer schwieriger wird jedoch die Kontrolle, was genau da live gestreamt wird. In den meisten Fällen sind es aber eher harmlose Videos, die Deine Freunde an irgendeinem Reiseziel oder schlimmstenfalls mal wieder beim Abendessen zeigen.

Zwei junge Frauen filmen sich selbst

Bitte lächeln und dann ab damit ins Netz: Die Nutzung der Facebook Live-Videos wird immer beliebter.

Das kennen wir alle: Da sitzen wir vor unserem Smartphone und surfen durch die Facebook-Timeline. Plötzlich heißt es: „XY ist jetzt live“. Prima, wollen wir doch mal sehen. Einer Deiner Freunde ist stolz auf sein neues Auto und präsentiert in bewegtem Bild, wie der Auspuff röhren kann. Nicht unbedingt die interessanteste Information für jemanden, der völlig andere Interessen hat. Seit es die Funktion des Live-Videos beim größten sozialen Netzwerk gibt, nutzen sie immer mehr Menschen mit schöner Regelmäßigkeit. Mal mehr, mal weniger interessant.

Ich will mehr Likes!

Warum nutzen so viele Menschen diese Art des Video-Streamings? Es geht um:

  • Information
  • Unterhaltung
  • Selbstdarstellung

Gerade Letztere wird allerdings von einigen unterschätzt. Denn was für einen selbst eventuell super-interessant ist, langweilt vielleicht andere. Das kann man dann ganz gut erkennen, wenn die Zahl der Zuschauer plötzlich rapide sinkt.

Was funktioniert das Facebook Live-Video?

Es ist ganz einfach: Im Feld „Was machst du gerade?“ klickst Du auf „Live-Video“. Dann wird noch ein Text zur Live-Übertragung eingegeben, die Zielgruppe ausgewählt, auf „weiter“ geklickt, und wenn dann „Live-Übertragung starten“ angeklickt wird, beginnt die Aufzeichnung. Sonntagslächeln aufsetzen und los geht’s.

Wer nicht live dabei sein kann, kann sich das Video später nochmal auf der Timeline ansehen. Danach kann man ganz gezielt suchen, wenn man in der mobilen App zum Beispiel nach Kategorien oder direkt nach Freunden Ausschau hält.

Wer nutzt das Live-Stream-Angebot?

Alle, die mehr oder weniger etwas mitzuteilen haben. Das sind Unternehmen, die Produktionsprozesse auch schon mal gerne live übertragen. Oder auch Radiosender, die besondere Programmaktionen auch ihren Facebook-Fans live zur Verfügung stellen wollen. Doch nicht nur bei Facebook wird gestreamt auf Teufel komm raus. Auch auf anderen Plattformen können die Live-Videos zu sehen sein. Nicht mehr wegzudenken sind die Live-Videos zum Beispiel im Bereich der Online-Casinos. Dort sehen die Kunden dann die Kugel live rollen oder die Karten auf dem Tisch.

Live-Streams auch auf Youtube

Vor allem die großen Nachrichtensender streamen ihr Programm im Internet. Schon längst nicht mehr nur auf den eigenen Internetseiten, sondern zunehmend auch auf Youtube. Nicht nur deutsche Sender, sondern auch ausländische. Äußerst beeindruckend ist der Stream der NASA, der Live-Bilder von der Raumstation ISS ins Netz schickt. Hier seht Ihr die Erde von oben, wo sich die ISS gerade befindet und könnt mit anderen Zuschauern chatten – alles live. Der Live-Stream läuft seit Ende Oktober 2016 ununterbrochen. Hier könnt Ihr ihn sehen:

Sportfans kommen auf ihre Kosten

Wer sich für internationale Sportarten interessiert, kommt im Internet ebenfalls voll auf seine Kosten. Doch Vorsicht: Einige der Streams sind illegal. Gerade bei großen sportlichen Ereignissen, wie der Champions League, zahlen Sender Millionensummen für die Übertragungsrechte und wollen  natürlich nicht, dass die Spiele auch kostenlos im Internet zu sehen sind. Dennoch gibt es genügend Anbieter, die Sportarten völlig legal übertragen. Die Sender zum Teil selbst. Das ZDF zum Beispiel richtet regelmäßig Live-Streams ein, wenn Olympia oder Wintersport ansteht. Auf allen möglichen Kanälen kann dann online jedwede Disziplin verfolgt werden.

Apps für die gelungene Show

Ein neuer Hype bringt auch immer wieder Menschen auf die Idee, daran zu verdienen. So haben auch die Anbieter von Apps, mit denen der Live-Stream noch komfortabler im Netz landet, reagiert. „Periscope“ zum Beispiel arbeitet mit Twitter zusammen. So landet über die App alles aufgenommene gleich dort. Wer nur zuschauen möchte, greift zu „LiveStream“ oder „Streamago“.

Völlig egal, wo der Stream live gesendet wird. Ein paar Likes werden sicher herausspringen. Das nächste Food-Video beim Abendessen kommt bestimmt. Und irgendwem wird’s schon gefallen.


Webstreams: Hier reinhören


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