Amerikanischer Traum Boxspringbett - Was sind die Vor- und Nachteile?

Wer erinnert sich nicht an die großen, mit unzähligen Kissen ausgestatteten Betten, die im Fernsehen häufig in opulenten amerikanischen Herrenhäusern zu sehen sind? In den USA haben sich die sogenannten Boxspringbetten aufgrund ihrer Unterfederung über viele Jahre hinweg bewährt. Und auch in Deutschland scheint es einen Trend zu den „Kisten mit Federn“ (dt. Übersetzung von „Boxspring“) zu geben, wie die Verkaufszahlen zeigen. Wer sich für den Kauf eines dieser Betten entschließt, muss dabei einiges bedenken.

Als Heimat der Boxspringbetten gilt Amerika. Dort erfreuen sich diese Modelle seit vielen Jahren großer Beliebtheit.

Tendenz steigend im Verkauf

Nach Aussage von Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) haben Boxspringbetten bereits ein Drittel des deutschen Bettenmarktes erobert. Die Konsumforschungsgesellschaft GfK geht laut welt.de sogar konkret auf Verkaufszahlen ein: Rund 650.000 von ihnen sind im vergangenen Jahr verkauft worden, Tendenz steigend. Dennoch hat die Stiftung Warentest einige Betten, die einem Test unterzogen wurden, kritisiert. Sie seien zu weich, so dass Schlafende einsinken und somit ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Das führe dazu, dass die Schlafenden am nächsten Tag nicht wirklich erholt sind.

Höhe für ältere Menschen geeignet

Verschiedene Hersteller kontern wiederum mit dem Argument, dass der Härtegrad mit anderen Bettenmodellen nicht vergleichbar ist. Der Körper des Schlafenden hänge in einem Boxspringbett nicht durch, da die Federkernbox diesen stützt. Ursula Geismann vom VDM hebt zudem die hohe Sitzkante der Boxspringbetten hervor, die vor allem für ältere Menschen sowie Personen mit Rückenschmerzen geeignet ist. „Die Einstiegshöhe liegt bei 60, 70 Zentimetern. Man kommt dadurch leichter ins Bett und wieder heraus“, erklärt sie.

Bevor sich jemand für den Kauf eines Boxspringbettes entscheidet, raten Experten zu einem ausführlichen Probeliegen, um herauszufinden, ob einem diese Art von Bett überhaupt zusagt. Idealer Zeitpunkt hierfür sind die Morgenstunden, da das Liegegefühl nachmittags sowie abends beeinträchtigt ist – zu diesen Tageszeiten empfände viele Menschen jedes Bett als bequem.

Was gibt es beim Kauf zu beachten?

Für viele potenzielle Käufer strahlen Boxspringbetten aufgrund ihrer Höhe und Größe eine gewisse Gemütlichkeit aus. Die meisten kommen sogar zu dem Entschluss, dass sie aufgrund der doppelten Federung in diesen Betten komfortabler schlafen als in den klassischen Versionen. Das liegt daran, dass der Unterbau punktelastisch ist und sich bei Belastung die unter Druck stehende Feder nach unten senkt. So passt sich die Matratze an den Körper an und stützt ihn. Auch der Härtegrad und vor allem Die Kategorie spielen in Sachen Gemütlichkeit eine zentrale Rolle.

Immer mehr Menschen wenden sich vom klassischen Bett ab und entscheiden sich für ein Boxspringbett.


Neben einem angenehmen Gefühl während des Liegens spielt aber auch das Gewicht des neuen Boxspring-Inhabers eine wichtige Rolle. So eignet sich Härtegrad 2 (H 2) für Menschen unter 80 Kilogramm, während Härtegrad 3 (H 3) sich an schwere bis übergewichtige Personen richtet. Bei Letzteren gibt es Spezialmatratzen, die den Rücken sowie die Gelenke schonen. Sollten Paare sich für ein Boxspringbett entscheiden, empfiehlt es sich, je nach Gewicht auf zwei schmalere Obermatratzen zu setzen.

Matratze sollte austauschbar sein

Der Fachverband Matratzen-Industrie weist darauf hin, dass die Matratzen eines Boxspringbettes schwieriger auszutauschen sind als bei einem normalen Bett mit Lattenrost. Bei einem europäischen Standardbett sei es ohne Probleme möglich, die Matratze aus hygienischen Gründen nach sieben Jahren zu ersetzen.

Deshalb ist es ratsam, vor dem Kauf eines Boxspringbettes darauf zu achten, dass die Matratze ohne weiteres auswechselbar ist. Obwohl Stiftung Warentest festgestellt hat, dass viele Schlafende in Boxspringbetten zum Schwitzen tendierten, äußert sich der Fachverband Matratzen-Industrie positiv über den Luftaustausch. Die Betten belüfteten sich ausreichend von selbst.

Nicht überall, wo Boxspring draufsteht, ist auch Boxspring drin

Etliche Geschäfte bieten Betten im Boxspring-Look an, doch in punkto Beschaffenheit weichen diese vom Original ab (siehe Extra). So finden sich bei Möbel-Discountern unter anderem Polsterbetten mit Bettkästen und ohne Boxspring-Unterfederungen – Attribute, die untypisch für richtige Boxspringbetten sind. Auch die Preise variieren hier: normalerweise kostet ein Boxspringbett 3000 Euro aufwärts, bei einem Discounter sind es um die 300 Euro. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich bereits im Vorfeld ausgiebig zu informieren und sich danach von einem Fachmann beraten zu lassen. Das verhindert einen Fehlkauf.

Fazit: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Boxspringbetten haben dank amerikanischer Filme und vieler Hotels an Popularität gewonnen, weshalb der Verdacht naheliegt, dass sie nur wegen ihres Äußeren gekauft werden. Allerdings sollte ein Erwerb wohl überlegt sein und nicht vom Aussehen alleine bestimmt werden. Letztendlich kommt es auf die Qualität des Bettes sowie seinen Komfort an. Dabei ist es unerlässlich, dass sich Interessierte hinreichend informieren und sich noch einmal die Vor- und Nachteile vor Augen halten:  


Bildquellen: Bild 1: © JamesDeMerswww.pixabay.com (CC0 1.0); Bild 2: © ClkerFreeVectorImageswww.pixabay.com (CC0 1.0)



Webstreams: Hier reinhören


Newsletter abonnieren