Was tun nach dem Unwetter?

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Viele Einwohner Baden-Württembergs stehen nach den schlimmen Unwettern vor den Überresten ihrer Häuser, Wohnungen und Gärten. Schlamm klebt an den Wänden, Tapeten saugen sich mit Wasser voll, Keller sind überflutet. Was tut man in diesem Fall und was hätte man vorsorglich tun können? Wir klären Euch auf.

 

Wie könnt Ihr Euer Haus vorbereiten?

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Schon vor Einzug ins neue Heim sollte unbedingt geklärt werden, welchem Risiko das Haus oder die Wohnung im Falle einer Überschwemmung oder Starkregen ausgesetzt wäre. Wer in einem möglichen Gefahrengebiet, also zum Beispiel in der Nähe eines Flusses oder Sees, wohnt, sollte unbedingt seine Versicherungslage checken und das Heim auf den Extremfall vorbereiten. Türen und Fenster sollten bei Überschwemmung sicher und dicht dem Druck des Wassers standhalten können. Heizöltanks und Leitungen sollten besonders geschützt werden - in die Rohre können beispielsweise sogenannte "Rückstauklappen" eingebaut werden, damit das Kanalwasser nicht ins Haus gedrückt werden kann. Chemikalien sollten unbedingt ausgelagert werden. Im Falle einer Evakuierung sollten alte, kranke und junge Menschen sofort in Sicherheit gebracht werden können. Alle Familienmitglieder sollten vorbereitet sein und für den Notfall genau instruiert werden. Wichtige Dokumente, teure Möbel und große Elektrogeräte sollte man am besten im ersten Stock unterbringen.

Sobald ein Unwetter droht, sollte Mithilfe des Internets und der Nachrichten genau abgesichert werden, ob Eure Gemeinde besonders bedroht ist. Jede Warnung sollte ernst genommen und vor allem nicht unterschätzt werden. Stellt Eure Autos in sicheren Gebieten ab und räumt jegliche Orte rund um Gewässer. Jeder Raum unterhalb der Erdoberfläche darf nicht mehr betreten werden. Leute, die nicht vor Ort, häuslich jedoch betroffen sind, sollten informiert werden. Heizungen und elektrische Geräte sollten gesichert werden. Trefft jegliche bereits vorsorglich getroffene Maßnahme und holt Hilfe.

Wie bereitet Ihr Euch selbst vor?

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Gummistiefel, Regenjacke und Schöpfutensilien sind ein unverzichtbarer Teil Eurer Grundaustattung. Sandsäcke können aufgestellt werden, um das Wasser aufzuhalten. Gegebenenfalls solltet Ihr ein Notstromaggregat benutzen und auf kabellose Geräte vertrauen - ein aufgeladenes Handy, eine Taschenlampe und ein Radio sollten in Eurer Tasche liegen. Wichtige Dokumente und Medikamente sollte man in einem wasserdichten Beutel mitnehmen. Auch ein Erste-Hilfe-Set kann nützlich sein.

Während der Überschwemmung selbst solltet Ihr nicht den Helden spielen. Gerade bei schlimmen Unwettern könnt Ihr während eines Rettungsversuches selbst mitgerissen werden - damit ist jedoch weder Euch, noch der anderen Person geholfen. Bringt Bedürftige und Schwache in Sicherheit und holt sofort Hilfe. Beachtet auf jeden Fall die von der Polizei und Feuerwehr angebrachten Absperrungen. Diese Gebiete sollten unter keinen Umständen betreten werden.

Nach dem Hochwasser

Sind alle in Sicherheit, kann nur eins getan werden - warten. Bis das Hochwasser abgeflossen ist und sich der Wasserstand wieder einigermaßen eingependelt hat, kann eine ganze Weile vergehen. In dieser Zeit sollte dringend Unterstützung gesucht werden. Sobald das Unwetter vorbei ist, sollte die Versicherung informiert werden. Jegliche Aktion sollte mit der Versicherung abgesprochen werden, bevor man sich an die Arbeit macht. Keller und Räume sollten abgepumpt oder ausgeschöpft werden. Wände und Böden sollten schnellstmöglich trocknen, um Schimmelbefall zu vermeiden. Sehr wahrscheinlich lässt sich dies jedoch nicht verhindern - zieht Fachmänner zu Rate und lasst Euch bezüglich einer Renovierung beraten. Lüftet alle Räume und lasst Wandrisse von einem Statiker überprüfen. Falls Euer Garten oder Haus unter Schlamm begraben ist, solltet Ihr Euch auf keinen Fall sofort ins Getümmel stürzen! Mit dem Schlamm werden oft Öl und andere Schadstoffe angespült - hier sollte also dringend die Feuerweht oder das Amt für Landwirtschaft verständigt werden. Lebensmittel aus diesen Gebieten sollten nicht verzehrt werden.

Falls Euer Auto unter Wasser steht, solltet Ihr es auf keinen Fall starten, denn es droht ein Wasserschlag. Schleppt das Auto mit einem Seil ab und bringt es zur Reperatur. Achtung: Die Teilkaskoversicherung kommt nur für den Schaden auf, wenn das Wasser zum Auto gelangt ist und nicht andersherum. Auch hier solltet Ihr den Schaden detailliert dokumentieren.


Quelle: http://www.hopla-main.de/index.php/was-tun-bei-hochwasser


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