Tipps rund ums Thema Überstunden

Schnell noch eine Stunde ranhängen oder für den erkrankten Kollegen einspringen: Überstunden begleiten die meisten von uns während ihres gesamten Arbeitslebens. Egal, ob freiwillig oder angeordnet: Wir haben die wichtigsten Infos zum Thema Überstunden für Euch zusammengefasst.

Deutschland ist Europameister

Und zwar nicht im Fußball, sondern beim Sammeln von Überstunden. Rund 1,8 Milliarden Stunden Mehrarbeit sammelten sich beispielsweise 2015 an, mehr als die Hälfte davon war unbezahlt. Regelmäßige Überstunden sind auch bei Arbeitnehmern in Baden-Württemberg keine Seltenheit man liegt nicht nur im Ballungsraum rund um Stuttgart auf den vorderen Plätzen. Den Japanern können die Deutschen - glücklicherweise - nicht das Wasser reichen, haben sie doch mit Karōshi einen eigenen Begriff für den Tod durch berufsbedingtes Überarbeiten.

Überstundenabbau: Auszahlen, abfeiern oder Pech gehabt?

Diese Frage beantwortet sich für die meisten Angestellten beim Blick in den Arbeitsvertrag. Die Variante des Freizeitausgleichs ist dabei statistisch die häufigere. Vorsicht übrigens bei von sich aus geleisteten Überstunden: Sind sie mit dem Chef nicht vorher abgestimmt, kann es sein, dass man darauf sitzen bleibt. Auch besteht kein Anspruch, Überstunden zu hamstern und diese dann als eine Art Zusatzurlaub am Stück abzufeiern. Manche Arbeitsverträge enthalten auch Klauseln, denen zufolge eine gewisse Anzahl an monatlichen Überstunden durch das Gehalt abgegolten ist. Das gilt vor allem für Besserverdiener. Bei Arbeitnehmern mit einem Lohn von beispielsweise 1.800 Euro brutto haben Gerichte allerdings entschieden, dass eine pauschale Klausel unwirksam ist und Überstunden vergütet werden müssen.

Zu viele Überstunden sind schädlich

Wer länger arbeitet ist produktiver? Nein, im Gegenteil. Langfristig schadet man sich durch zu viele Überstunden. Steht am Anfang noch das Gefühl, etwas geschafft zu haben und erfolgreich zu sein, so schlägt dies bei ständigem Überziehen der normalen Arbeitszeit schnell in Übermüdung, Konzentrationsschwäche und Stress um. Dadurch macht man mehr Fehler und wird unproduktiver, was wiederum durch noch mehr Überstunden ausgeglichen werden muss. In der Folge schläft man weniger und vor allem schlechter. Dies schaukelt sich immer weiter hoch: Am Ende stehen oft Erschöpfung und Burnout.

Auch selbstgemachte Probleme sind verbreitet

Aber nicht alle Überstunden gehen auf angeordnete Mehrarbeit oder zu viel Arbeit zurück. Oft liegt es auch an einem selbst, dass man innerhalb der normalen Arbeitszeit nicht fertig wird und dann durch Überstunden nachhelfen muss. Das bedeutet nicht, dass man faul oder langsam ist, der heutige Berufsalltag ist mit ständigen Unterbrechungen durch Mails, Telefonate und Termine extrem fragmentiert. Für ständige Ablenkung kann auch eine laute Arbeitsumgebung - beispielsweise in einem Großraumbüro - sorgen. Hier kann jeder selbst ansetzen und durch kleine Eingriffe in den Arbeitsablauf Überstunden vermeiden.

Diese Tipps sparen Euch Überstunden

Tipp 1: Mails nur zu bestimmten Zeiten lesen


Als Büroarbeiter kennt man das Phänomen der ständig aufploppenden E-Mails. Wer dauernd mit einem Auge auf den Mailclient schielt und jede Mail sofort bearbeitet, zerstückelt sich seinen Arbeitstag ohne Not und wird dadurch unproduktiver und gestresster. Zwingt man sich dagegen, Mails nur in bestimmten Abständen zu lesen, kann man in dieser Zeit ruhiger und damit besser arbeiten. Damit spart man unter dem Strich Zeit und Überstunden.

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Tipp 2: Esst den Frosch zuerst!

To-Do-Listen kennt man. Oft bringen sie aber nicht viel, da sie immer länger werden und unangenehme Aufgaben nach hinten geschoben werden. Natürlich denkt man trotzdem ständig an die unangenehme Aufgabe. Hier greift die Frosch-Methode: Man identifiziert die unangenehmste Aufgabe, nämlich den Frosch, und erledigt diese gleich zuerst. Dadurch bekommt man den Kopf frei und hat mehr Zeit und Energie für die restlichen Aufgaben. Dadurch verringert man Stress und hat mehr Zeit.

Weitere Tipps zur Verbesserung der eigenen Arbeitsabläufe findet Ihr beispielsweise hier.

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Nein sagen

Manche Zusatzaufgaben sollte man auch (natürlich fachlich begründet) ablehnen, wenn man gerade mehr als genug zu erledigen hat. Wer bei jeder Aufgabe laut Ja schreit, bekommt nämlich in der Folge ständig weitere Dinge aufgeladen und muss in der Folge Überstunden leisten, um überhaupt hinterherzukommen.

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Genug Schlaf!

"Mir reichen auch fünf Stunden Schlaf". Wer diesen Satz ernst meint, ist auf einem guten Weg in die Selbstausbeutung. Häufig wird beim Schlaf gespart, um nach den Überstunden im Job noch ein Minimum an Privatleben aufrecht zu erhalten. Damit treibt man letztlich nur Raubbau an sich selbst, denn ausreichender Schlaf ist die Voraussetzung für Konzentration, Kreativität und Belastbarkeit. Wer hier spart, kommt schnell in einen Teufelskreis, in dem er schlechtere Arbeit durch noch längere Arbeitszeit auszugleichen versucht.

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Es gibt ein Leben außerhalb des Büros

Wenn man auch in seiner Freizeit ständig an die Arbeit denkt, führt das nur zu Dauerstress. Das gilt auch für das Lesen von geschäftlichen Mails nach Feierabend. Deshalb sollte man aktiv versuchen, den Kopf freizubekommen. Egal, ob man das durch Sport, Kultur, oder ein Treffen mit Freunden schafft: Man lädt seine Akkus wieder auf und hat nicht das Gefühl, nur noch aus seinem Job zu bestehen. Dadurch ist man dann bei der Arbeit selbst wieder ausgeglichener und konzentrierter. Die Folge: Weniger Überstunden durch bessere und schnellere Arbeit.

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