So verkostet Ihr Bier richtig

Das geht auch anders!

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Einen Wein trinkt man nicht nur, man riecht an seinem vollen Körper. Man schwenkt ihn sanft, führt ihm Sauerstoff zu und lässt die Flüssigkeit weich über die Zunge gleiten. Bier säuft man. Falsch, völlig falsch! Bier hat seit jeher einen schlechteren Ruf als das Traubengetränk, dabei ist die Herstellung viel komplizierter. Biersommeliers kämpfen für eine erhöhte Achtung gegenüber des Gerstensaftes und bieten zuhauf Verkostungen an. Dabei könnt Ihr Euch das genussvolle Trinken selbst beibringen! Wir sagen Euch, was Ihr beachten müsst.

Vorbereitung ist alles

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Bevor Ihr Euch auf die Biere stürzt, müsst Ihr einige Dinge beachten:

  • Lüftet den Raum gut durch und tragt kein Parfüm auf.
  • Serviert das Bier nicht zu kühl. Eine Temperatur von 8 bis 10 Grad ist perfekt.
  • Stellt Brot bereit, um den Geschmack zwischen den Bieren zu neutralisieren.
  • Spült Eure Gläser mit klarem Wasser aus und benutzt kein Spülmittel.

Ihr solltet zudem darauf achten, die Verkostung auf Eure Erfahrung anzupassen. Seid Ihr Sommelier-Anfänger, sucht Ihr Euch am besten mehrere Biere verschiedener Sorten aus. Fortgeschrittene können Unterschiede innerhalb einer Sorte rausschmecken und Profis verkosten natürlich blind. Doch bis dahin ist es ein langer, leckerer Weg.

Die Verkostung

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Beim Einschenken des Bieres solltet Ihr darauf achten, dass sich eine gute Schaumkrone ausbildet. Die Verkostung unterteilt sich in fünf Phasen:

  1. Zuerst kommen Eure Augen zum Einsatz. Schon das Aussehen des Bieres ist ein wichtiger Bestandteil der Verkostung - das Auge trinkt immerhin mit. Versucht, Eurem Eindruck Wörter zu verleihen. Der Schaum kann zum Beispiel fein- oder grobporig, sahnig oder kräftig sein. Zur Bestimmung der Farbe haltet Ihr das Bier gegen eine weiße Wand. Von hellem gelb über bernsteinbraun bis zu tiefem schwarz kann das Bier sämtliche Farben annehmen. Ihr solltet außerdem darauf achten, ob das Bier eher trüb oder klar aussieht. Haltet Eure Ergebnisse in einem Bierbuch fest.
  2. Nun ist Eure Nase dran - seid also lieber nicht erkältet! Der Schaum sollte bereits ein wenig zerfallen sein, damit Ihr das Aroma des Bieres voll aufnehmen könnt. Schwenkt das Bier etwa drei Mal um seine Längsachse und nehmt mehrere, tiefe Atemzüge auf. Wonach riecht das Bier für Euch? Riecht es malzig, nach Karamell oder vielleicht sogar nach Kirsche? Sämtliche Eindrücke solltet Ihr unbedingt festhalten.
  3. Endlich dürft Ihr das Bier trinken! Beim Antrunk zählt der erste Geschmackseindruck. Ist das Bier vollmundig? Wie ausgeprägt ist seine Würze? Ist es süffig, weich, schwer?
  4. Bei der Rezenz achtet Ihr auf den CO2-Gehalt des Bieres. Ist es prickelnd oder gar spritzig? Vielleicht ist es aber auch eher angenehm bis schal - wobei ein gutes Bier immer eine lebendige Note haben muss.
  5. Beim Nachtrunk wird darauf geachtet, wie bitter das Bier ist. Die Bitterstoffe gelangen während des Brauprozesses durch den Hopfen in das Bier. Ist das Bier also eher süßlich oder herb? Und wie harmonisch schmeckt das Bier insgesamt?

Für den Spaß während der Verkostung sorgen wir natürlich auch...


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