Schlaf: Schichtwechsel, gut einschlafen & Co.

Individuelles Schlafbedürfnis

Laut einer Studie schnarchen 45 von 100 Baden-Württembergern. Dies stört die schnarchende Person zwar nicht, aber häufig den Partner oder die Partnerin. Alles rund um das Thema Schlafen wird stark diskutiert, also haben wir uns selbst schlau gemacht und mit dem ärztlichen Leiter vom Schlaflabor Freiburg, Dr. Lukas Frase, gesprochen.

Oft heißt es, dass 8 Stunden die optimale Zeit sei, die Äuglein auszuruhen. Frase hingegen ist der Meinung, dass die Stundenanzahl stark vom individuellen Schlafbedürfnis abhängt, was sehr unterschiedlich sein kann. Alles zwischen 5 und 10 Stunden sei als „medizinisch normal“ zu betrachten, dabei merkt er an:

„Das Entscheidende ist eigentlich nicht eine abstrakte Zahl zu treffen mit seiner Schlafdauer, sondern rauszufinden, was ist mein persönliches individuelles Schlafbedürfnis und dem dann entsprechend Folge zu leisten.“

Im Bett solltet Ihr nur schlafen

Viele fragen sich zudem, wieso man nicht richtig einschlafen kann und was die Dinge sind, die uns daran hindern. Dabei nennt Frase vor allem drei Gründe: Verfügbarkeit von Nahrung, soziale Interaktionen und Stressgefahr. Wer diese Themen mit in das Bett nimmt, trenne nicht klar das Schlafen vom täglichen Ablauf. Im Bett solle tatsächlich ausschließlich geschlafen werden, das heißt Lesen, Essen, Fernsehen oder stressige Situationen sollten nicht an diesem Ort passieren.

Klare Kante gegen Schichtwechsel

Wie bei jedem Radiosender gibt es bei uns auch Schichtwechsel, was zum Beispiel heißt, dass der Ostermann um 02:30 Uhr aufsteht, um seine Morgenshow rechtzeitig anzutreten. Gerade beim Stichwort „Schichtwechsel“, wird Frase kritischer. Man dürfe dieses Thema nicht schön reden, sondern man müsse klar sagen, dass das Gehirn und der Körper für dieses Modell nicht geschaffen seien – es gebe einfach biologische Grenzen. Da Schichtarbeiten aber definitiv in manchen Berufen notwendig sind, nennt der Schlafforscher Methoden, wie man dieses Arbeitsmodell erträglicher machen kann:

  • Nicht mehr als 3 Nachtdienste am Stück
  • Nicht mehr als 3 Früh- und Spätschichten hintereinander
  • Schichten vorwärts und über längere Zeiträume wechseln
    • Frühschicht -> Spätschicht -> Nachtschicht

Auf lange Sicht tauche aber trotzdem häufig das sogenannte „Schichtarbeitersyndrom“ auf. Die Phasen, in welchen man schlafen möchte, seien gezeichnet von Einschlaf- und Durchschlafstörungen, während man in den Phasen, in welchen man wach sein sollte, von Müdigkeit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit geplagt sei. Der biologische Rhythmus sei dann nicht mehr synchron zum sozialen Leben.

Das individuelle Schlafempfinden stehe laut Frase im Fokus. Seine Empfehlung, wenn das Schnarchen des Partners nicht in den Griff zu kriegen ist, sind: getrennte Schlafzimmer.


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