Safer Internet Day 2019 - Hilfe gegen Cybermobbing

Durch die starke Nutzung von sozialen Netzwerken und Messengern hat sich auch das Potential für Mobbing deutlich erhöht: Cybermobbing ist ein zunehmendes Problem für viele Kinder und Jugendliche, die sich online bewegen. Zum heutigen Safer Internet Day, der seit 2008 jährlich in der zweiten Februarwoche stattfindet, hat die EU-Initiative klicksafe.de den Fokus auf das Thema Internetmobbing gelegt.

Sexting, Outing, Happy Slapping - erschreckende Mobbing-"Trends"

Sogenanntes "Sexting" (Verbreitung von freizügigen oder intimen Fotos und Videos seiner Opfer), "Outing" (absichtliches Verbreiten von Geheimnissen anderer) oder auch "Happy Slapping" (Verbreitung von Bildmaterial von gewalttätigen Übergriffen) -  Gerade in letzter Zeit sind viele Fälle bekannt geworden, bei denen vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene von Cybermobbing betroffen sind - Tendenz steigend.

So schützt Ihr Euch und Eure Kids

Wir zeigen, worauf Ihr achten müsst und wie Ihr Eure Kinder besser schützen könnt. 

Was ist Cybermobbing?

Darunter versteht man das bewusste Beleidigen, Bloßstellen oder Bedrohen von Anderen im Internet. Die Nutzung von Smartphones senkt dabei die Hemmschwelle für die Mobber, die häufig anonym bleiben. Aber auch innerhalb von Schulen oder einzelnen Klassen kommt es zum Cyber-Mobbing oder Cyber-Bullying, bei dem einzelne Schüler via Facebook oder WhatsApp bloßgestellt oder beleidigt werden. Das Perfide daran ist, dass die Beleidigungen schnell einen weiten Kreis ziehen und die Betroffenen rund um die Uhr verfolgen. Da man die Betroffenheit des Opfers nicht unmittelbar wahrnimmt, sinkt bei Tätern die Hemmschwelle und es wird weitergemobbt. Bei einer JIM-Studie gaben 34% der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an, bereits mitbekommen zu haben, wie jemand im Bekanntenkreis Opfer von Cybermobbing wurde.

Wie erkenne ich Cybermobbing?

Es gibt einige Symptome, die bei Kindern und Jugendlichen ein Indiz für Cybermobbing sein können.

  • Körperlich: Häufung von plötzlich auftretenden Kopf- und Bauchschmerzen sowie Müdigkeit oder Schlafprobleme.
  • Verhaltensänderungen: Keine Lust mehr, in die Schule zu gehen und schlechtere Noten als sonst. Kein Interesse mehr an Hobbys und der Wunsch, alleine zu sein. Häufig traurig oder wütend.
  • Internet: Geringere PC- und Internetnutzung. Verringerte Nutzung von sozialen Netzwerken und Chats wie Facebook und WhatsApp. Ausschalten von PC oder Smartphone, wenn Familienmitglieder in der Nähe sind.

Streit vermeiden - mit einem Mediennutzungsvertrag

Das Thema Mediennutzung ist heutzutage bei Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Vor allem die Nutzungsdauer diverser Medien führt vermehrt zu Streitigkeiten in der Familie. So haben Kinder kein Gefühl dafür, wie viel Zeit sie schon vor dem Fernseher oder Computer verbracht haben. Um solche Diskussionen entgegen zu wirken, hat klicksafe einen so genannten Mediennutzungsvertrag entwickelt, der zwischen Eltern und Kind stattfindet. Hier können dann genaue Regeln festgehalten werden, zum Beispiel, wie lange sich im Internet aufgehalten werden darf und wie man sich hier zu verhalten hat. 
Um die Kinder an diese Regeln zu gewöhnen, wird es Empfohlen diesen "Vertrag" frühzeitig aufzusetzen.

Infografik: Jeder fünfte Jugendliche Opfer von Cybermobbing | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Was tun, wenn man Opfer von Cybermobbing wird?

Am wichtigsten ist die Vorsorge, das heißt, man sollte seine Kinder früh dafür sensibilisieren, mit ihren Daten in sozialen Netzen und Chats sparsam und bewusst umzugehen. Auch sollte man explizit über Gefahren des Cybermobbings sprechen und für eine Atmosphäre sorgen, die es den Kindern ermöglicht, sich im Falle einer Mobbing-Attacke sofort den Eltern zu offenbaren. Wird das Kinder Opfer von Cybermobbing, sollte man sofort handeln. Entsprechende Nachrichten oder Bilder nicht löschen, sondern sichern! Stammt der Täter aus dem Umfeld, sollte man in der realen Welt die Klärung suchen: Lehrer, andere Eltern oder auch die Polizei sollten hier Ansprechpartner sein, um das Mobbing zu unterbinden. Bei anonymen Tätern hilft das freilich nicht. Hier sollten die Opfer die Löschung der entsprechenden Daten oder Accounts beantragen, bei seriösen Anbietern ist das möglich.

Augen auf!

Weitere Tipps und Informationen

Weitere Informationen findet Ihr bei Organisationen wie Klicksafe, die nicht nur Informationen und Hilfestellung zu Cyber-Mobbing, sondern auch allgemein zur sicheren Nutzung von Internet und sozialen Netzen durch Kinder und Jugendliche.

Eine weitere Stelle, die Informationen bietet ist die Cybermobbing-Hilfe, die ebenfalls detailliert informiert und den gesamten Bereich von Sensibilisierung bis zu Tipps für den Fall der Fälle anbietet.


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