Formulierungen in Arbeitszeugnissen

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"Er arbeitete mit größter Genauigkeit." Dieser Satz klingt eigentlich ganz gut, allerdings nicht in den Ohren eines Personalers. Hinter mancher freundlich scheinender Formulierung in Arbeitszeugnissen steht oftmals eine unangenehme Beurteilung. Wir haben für Euch die häufigsten Ausdrucksweisen und ihre tatsächliche Bedeutung zusammengetragen.

Warum eigentlich so verklausuliert?

Der Grund für diese Formulierungen  ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Der entschied nämlich, dass jeder Arbeitnehmer das Recht auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis hat, was dazu führte, dass sich die Arbeitgeber auf eine Art "Geheimkodex" einigten, der zwar freundliche Formulierungen, aber gleichzeitig auch entlarvende Wahrheiten enthält.


 

Das meint der Chef also wirklich:

Sie zeigte stets Verständnis für Ihre Arbeit:


Er hat alle Aufgaben zu seinem und im Interesse der Firma gelöst:


Sie erledigte alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß:


Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich:


Sie war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen:


Er hatte Gelegenheit sich das notwendige Fachwissen anzueignen:


Durch ihre Geselligkeit trug sie zur Verbesserung des Betriebsklimas bei:


Er ist mit Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit an seine Aufgaben herangegangen:


Sie war ihren Mitarbeitern jederzeit eine verständnisvolle Vorgesetzte:


Er arbeitete mit größter Genauigkeit:


Besseres Zeugnis einklagen?

Wer sein Arbeitszeugnis nicht akzeptieren will, dem bleibt im letzten Schritt nur der Gang vors Gericht. Hier gibt es eine entscheidende Grenze, was die Beweislast angeht. In Deutschland wird von einer Standardbeurteilung "Befriedigend" ausgegangen. Möchte man also eine bessere Note, dann liegt die Beweislast beim Arbeitnehmer, dass man eine bessere Bewertung verdient hat. Vergibt der Arbeitgeber hingegen ein "Ausreichend" oder schlechter, ist er in der Beweispflicht und muss die schlechte Beurteilen belegen.


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