Der Fastenmonat Ramadan

Am 6. Juni beginnt für mehr als 1,6 Milliarden Muslime der Fastenmonat Ramadan. Ähnlich dem christlichen Fastenmonat sollen Gläubige im Ramadan ihren Körper und Geist prüfen und ihre Beziehung zu Gott stärken. Natürlich kommen wir auch in Deutschland mit der muslimischen Fastenzeit in Berührung - ob bei uns selbst oder bei Freunden und Bekannten. Was genau das muslimische Fasten beinhaltet und wie Mesut Özil und weitere Fußballprofis mit der Fastenzeit umgehen?

Wir haben hier für Euch alle Informationen zum Ramadan gesammelt.


Wann ist Ramadan?

Wann ist Ramadan

Der islamische Kalender richtet sich nach den Mondphasen, so verschiebt sich der Fastenmonat jährlich um 11 Tage nach vorne. Gefastet wird also nicht nur im Sommer, sondern in allen Jahreszeiten. Dieses Jahr erstreckt sich der neunte Monat vom 6. Juni bis zum 4. Juli - eine anstrengende Zeit zum Fasten, da die Tage nicht nur länger, sondern auch wärmer sind. Nichtsdestotrotz ist es gut, dass nicht in einem bestimmten Zeitraum gefastet wird, da kein Muslim auf der Erde einen lokalen Vorteil gegenüber einem anderen haben sollte.

Warum fasten Muslime im Ramadan?

Nach dem muslimischen Glauben fastete schon der Prophet Mohammed im neunten Monat des Kalenders, um Körper und Seele zu reinigen und die Beziehung zu Allah zu stärken. Auch der Koran gibt die wichtige Zeit der Lossagung vor - jeder Muslim sollte sich bewusst werden, dass das eigene Leben nur von Gott abhänge. Im Grunde ist die Fastenzeit wie ein einmonatiger, persönlicher Gottesdienst, der das Ziel der Willensstärkung und Selbstbeherrschung hat. Auch schlechte Menschen können mithilfe des Ramadan einen Neuanfang wagen. Außerdem ist es wichtig, das Leid der Armen und Hungrigen am eigenen Leib zu erfahren, um ein Gespür für Missstände zu bekommen. Der Fastenmonat Ramadan gehört neben der Wallfahrt nach Mekka, dem Glaubensbekenntnis, dem Entrichten des Zakat (Almosen) und dem fünfmaligen Gebet zu den fünf Säulen des Islam.

Wer soll fasten?

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Grundlegend gilt: Jeder Muslim, dessen Geist und Körper stark genug sind, sollte während des Ramadan fasten, um die Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen zu stärken. Tagsüber nichts essen und trinken zu dürfen kann für viele jedoch schnell gefährlich werden. So sind Kinder, (zu) alte Menschen, Kranke, Schwangere, Frauen in der Menstruation und stillende Mütter von der Fastenregel ausgeschlossen. Auch Profisportler können in der Fastenzeit aussetzen, besonders, wenn wichtige Turniere anstehen. So zum Beispiel bei der Deutschen Mannschaft der Fußball-Europameisterschaft. Mesut Özil, Shkodran Mustafi, Sami Khedira und Emre Can werden den Ramadan zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Denn auch das ist im Islam genau geregelt - sobald man wieder fit fürs Fasten ist, wird jeder verlorene Tag "nachgefastet".

Wie wird gefastet?

Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang wird weder gegessen, noch getrunken. Auch das Rauchen, Küssen und miteinander Schlafen ist nicht erlaubt. Der Körper soll rein bleiben - nichts darf eindringen und die innere Ruhe stören. Einige Muslime verbieten sich tagsüber sogar das Sprechen - Mitmenschen sollten das jedoch auf keinen Fall negativ auffassen. Die Stille hilft vielen, sich intensiv mit Allah und der eigenen Religion beschäftigen zu können. Auch Lügen, üble Nachrede und Schimpfwörter sind nicht erlaubt - das gilt aber im Grunde das ganze Jahr lang. Erbittet werden dafür Spenden - die Organisation MuslimeHelfen ruft dazu besonders während des Ramadan ihre Glaubensbrüder auf.



Wann wird gegessen?

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Vor Sonnenaufgang nimmt man die Suhoor oder Sahur ein. Gegessen wird meist eine Reisspeise, Joghurt und Brot. Nach dem Essen beginnt man das erste Gebet des Tages, das Fajr. Nach Sonnenuntergang nimmt man das Iftar ein. Das Iftar beginnt traditionell mit dem Verspeisen von Datteln, bevor man zum vierten Gebet des Tages, zum Maghrib, ansetzt. Danach wird ebenfalls Reis, Fleisch und Brot gegessen. Grundlegend isst man zusammen mit der Familie oder auch mit Freunden. Es wird geredet, gelacht und natürlich freudig gegessen - nicht gefressen! Denn wer viel in sich reinstopft, muss am Tag gegen einen knurrenden Magen und Bauchweh kämpfen. Deswegen sollte maßvoll gegessen werden. So soll schon Mohammed gesagt haben, man solle seinen Magen zu einem Drittel mit Nahrung, einem Drittel mit Wasser und einem Drittel mit Leere füllen. Das Fasten ist für die Gesundheit nicht gefährlich, immerhin sollen nur gesunde Muslime den Ramadan begehen. Nichtsdestotrotz fasten jedes Jahr tausende Muslime, deren Gesundheit schwer angeschlagen ist. Für die Religion geben sie sich in große körperliche Gefahr - lieber sollte man den Ramadan nachholen.

Welche Feiertage gibt es?

Das Auftauchen des Neumonds läutet das Ende des Ramadan ein - den Eid al-Fitr. Mancherorts beenden die Muslime die Fastenzeit erst, wenn sie den Mond tatsächlich sehen. Danach wird ein großes Fest gefeiert - dieses Jahr erstreckt es sich vom 5. bis zum 7. Juli. An Bayram (Zuckerfest) wird gegessen, gefeiert und sich gegenseitig beschenkt. Besonders Kinder naschen zu dieser Zeit viel Süßes und freuen sich dementsprechend auf die Feier. Der wichtigste Festtag während des Fastenmonats ist übrigens der Laylat al-Qadr, die sogenannte "Nacht der Bestimmung". In dieser Nacht empfing Mohammed seine erste Offenbarung. Über das genaue Datum wird bis heute gestritten, so stehen verschiedene Termine zur Verfügung.

Quelle: http://www.islam.de/3550.php, http://ramadan-2016.de/


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